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Der jüdische Student · 1909-02-24 · Heft 11 (24.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 11 (24.2.1909)
Date
1909-02-24
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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246 Der jüdische Student. lieh. Da nicht nur die moderne Zeit behandelt werden soll, sondern alle Epochen des gesamten Universitätsbestehens zu berücksichtigen sind, ferner ausser Deutschland auch das Ausland, so ergibt sich eine Riesenliteratur, die ich allein nicht bewältigen kann. Wie leicht aber ist sie durchgesehen, wenn sich eine grössere Anzahl von" Bundesbrüdern findet, die mir hilft! Bis heute habe ich bereits etwa 120 Bücher (nur Universitätsliteratur!) notiert, die der Erledigung harren. Unbedingt müssen aber sämtliche Jahrgänge der früheren und heutigen jüdischen Presse, nicht minder der studentischen Zeitschriften etc. etc. durchgeblättert werden, weil sie unschätzbares, nur allzu oft sonst nicht mehr zu findendes Material enthalten. Und nun: hat nicht jeder von euch in der Woche, sagen wir 2 -3 Stunden für den B. J. C. übrig? Ich kenne viele, sogar ältere Bbr. Bbr., die fast täglich so viel Zeit dieser ihrer Jugendliebe opfern, gern und wahrhaft freudig! Wer nun also Lust und Zeit und Ausdauer hat, ein wenig mitzutun — und es ist ja weiter nichts, als mit dem Bleistift in der Hand flüchtig die Seiten des betreffenden Buches zu überfliegen und mir dann auf einem kleinen Zettel den Namen des Buches und die Seitenzahl genau aufzuschreiben, die irgend eine Juden in Beziehung zur Universität betreffende Notiz enthalten —•, der möge es mir sofort mitteilen; mit gleicher Post erhält er die Titel der gewünschten Anzahl Bücher, die er sich nun auf der Bibliothek seiner Stadt besorgen muss. Liebe Bundesbrüder, sagt nicht, ich verlange eine stumpfsinnige Arbeit von euch! Solche Sammeltätigkeit, mit grösster Akribie vollzogen, ist die Vorbedingung einer jeden wissenschaftlichen Arbeit, die auf Gediegenheit und Vollständigkeit Anspruch macht. Man kann nicht immer paradoxe Essays und tiefsinnige Abhandlungen verbrechen. Gewiss, es ist eine kleinliche Arbeit; man schleppt, wie der Tagelöhner, Stein für Stein mühsam herbei und setzt sie zusammen; aber schliesslich zieht auf der so gerichteten Strasse neben dem Bettler — der König! Ich gedenke zunächst, vielleicht nur die jüdisch-studentischen Verhältnisse im Mittelalter ins Auge zu fassen, (also etwa bis zur Revolution); über diese Zeitspanne habe ich selber schon einiges schöne Material beieinander. Aber ich kann die Arbeit nicht schaffen, wenn ihr mir nicht helft. Denkt auch daran, dass der B. J. C. von dem fertigen Werk grossen Nutzen haben kann: ideellen; denn er. könnte die Herausgabe übernehmen und böte damit der jüdischen und auch der wissenschaftlichen Welt eine immerhin brauchbare und, soviel ich weiss, bisher fehlende Arbeit; und auch finanziell Hesse sich vielleicht mancher Vorteil aus der Veröffentlichung ziehen. Von beiden Gesichtspunkten sage ich nur: sapienti sat. Selbstverständlich erwarte ich, dass mir jeder von euch Mitteilungen macht über irgendwelche Bücher und Stellen, die ftfr mich von Wichtigkeit sind!

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