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Der jüdische Student · 1908-09-17 · Heft 5-6 (17.9.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 5-6 (17.9.1908)
Date
1908-09-17
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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122 Der jüdische Student, stehenden Mitteln den Anfang einer wissenschaftlichen Behandlung des Altertümermaterials gemacht. Natürlich braucht er noch viel Geld, und zwar hauptsächlich zu zwei Aufgaben: zum Einkauf der Altertümer (und wenn die Fellachen erst merken, dass man auf die Ergebnisse ihrer Ausgrabungen aus ist, machen sie bekanntlich Preise!); und für die Anstellung von Leuten, die im Museum Assistentendienste tun. Tatsächlich melden sich bei Prof. Schatz ab und zu schriftlich durch Einsendung von x4.rbeiten äusserst talentierte Jude 1 (zumeist „Chederbochers"), deren Fähigkeiten im Ghetto völlig verkommen. Der Bezalel kann sehr selten einen aufnehmen, da kein Geld dafür vorhanden ist, obwohl man in Palästina mit 400 Fr. jährlich schon durchkommen kann."; Ich möchte nicht viel unnütze Worte machen: es handelt sich um eine jüdisch-wissenschaftliche Idee und ihre Verwirklichung-, ich kann mir keinen V. J. St.-er vorstellen, dem die Seele nicht im Gedanken an diese Aufgabe erglüht! Haben wir für Idealismus noch etwas übrig? Dann wollen wir hier nicht versagen. Abgesehen davon, dass jeder Einzelne die Sache mit wenn auch nur kleinen Geldmitteln fördern sollte, bitte ich die Vereine, einen dauernden Beitrag zu bewilligen. Vielleicht kann jeder K. V. im Semester nur 10 Mk., (die aus dem Etat und aus Sammlungen niessen könnten), aussetzen, das machte dann schon im Jahre über 200 Fr., zumal wenn der eine oder der andere Verein etwas mehr gibt! So leisten wir etwas „für die Wissenschaft, für die Menschheit uud — für das Judentum"! Ich hoffe, diese Zeilen waren nicht vergeblich, und ich erwarte in nächster Zeit zusagenden Bescheid. Da ich die Adresse von Prof. Schatz im Augenblick nicht bei mir habe, bitte ich, Geldsendungen an mich abgehen zu lassen. Bruno Kirschner. Mitteilungen. Breslau. Schlussbericht über das Sommersemester 1908. Das Semester endete mit dem Schlusskonvent am 29. Juli, Kober III wurde inaktiviert. Von einer grösseren Schlusskneipe sahen wir diesmal ab. Die Ferienkommission besteht aus Kober III, Fritz Notmann, Blumenthal, Bernstein und Hirschberg. Bernstein hat wieder die Bibliothek unter sich, Hirschberg sind die Kassenangelegenheiten übertragen worden. Die*Ferienkommission hat neben der Keiltätigkeit vornehmlich die Aufgabe, ein neues nettes Kneiplokal zu suchen. Unsere von mir schon früher mitgeteilte Absicht, eine Wohnung zu mieten, ist leider in dem Augenblick, als wir schon etwas Passendes gefunden hatten.

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