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Der jüdische Student · 1908-09-17 · Heft 5-6 (17.9.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 5-6 (17.9.1908)
Date
1908-09-17
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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114 Der jüdische Student. darauf bedacht sein, wieder alte jüdische „Rabbiner" zu werden, welche das Studium der jüdischen Wissenschaft und die Verbreitung derselben im jüdischen Volke zu ihrer Lebensaufgabe machen, Dann wird die Lehrtätigkeit im B. J. C. ein Vorbild im Kleinen sein für die zukünftige gesamte Lehrtätigkeit im jüdischen Volke. Von unseren Faxen. IV. Einiges über Mathias Acher. Von Moritz Bileski (-Berlin). Unter den Männern, die in der Geschichte der jungjüdischen Bewegung eine Rolle spielen, nimmt Mathias Acher einen hervorragenden Platz ein. Schon dass er zeitlich einer ihrer ersten Vorkämpfer ist, gibt ihm Bedeutung: vor ihm hat nur Moses Hess der national-jüdischen Idee Ausdruck gegeben, aber seine "Worte blieben bei der Verständnislosigkeit seiner Zeitgenossen wirkungslos. Einer der ersten von denen, welche insofern besser daran waren, als sie ihre Ideen einem reiferen Publikum vortragen konnten und infolge dessen auch erfolgreicher waren, ist Mathias Acher. Sein Auftreten fällt ungefähr mit dem Pinskers zusammen. In der Mitte der achtziger Jahre beginnt der damals zwanzigjährige Nathan Birnbaum eine Zeitschrift „Selbstemanzipation" herauszugeben. Seitdem hat er an der national-jüdischen Bewegung mitgearbeitet, und zwar nicht als irgend einer aus der Masse, der beliebig ersetzt werden könnte, sondern man muss ihm einen besonderen, ihn von anderen unterscheidenden Platz einräumen. Man könnte ihn den Theoretiker der jüdischen Renaissance nennen. Es findet sich natürlich bei den meisten Schriftstellern, die mit der jüdischen Bewegung in irgend einem Zusammenhang stehen, sehr viel Theoretisches und vieles von grosser Bedeutung, aber keinem ist wohl die Gabe, eine Sache theoretisch tief durchzudenken, so von Natur zu eigen wie Mathias Acher. Wenn er sich, mit einem Gegenstand beschäftigt, so fühlt er sich dazu getrieben, immer tiefer und tiefer in sein "Wesen einzudringen, bis er ihn ganz erfasst hat und kein dunkler Punkt mehr zurückgeblieben ist. ' Eben dieser Drang nach vollkommener Erkenntnis bewirkt aber auch eine eigentümliche Unruhe bei ihm: er merkt bei tieferem Eindringen in das Wesen der Sache, dass sie doch ganz anders ist, als es zuerst aussieht und oft im allgemeinen angenommen wird, und dass sich über manche Dinge überhaupt nur mit Einschränkungen sprechen lässt. So beginnen viele seiner Artikel mit paradox klingenden Einleitungen, die sich daraus ergeben, dass das, wovon er spricht, in vielen Fällen auch ganz anders sein kann und man sich hüten muss, diese anderen Fälle mit in das von ihm besprochene Gebiet hineinzuziehen. Ein typisches Beispiel hierfür ist der erste Satz

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