Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 5-6 (17.9.1908)
- Date
- 1908-09-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 101 worden, einen a. o. K. T. in dieser xA.ngelegenheit einzuberufen. Wir haben dies abgelehnt, da erstens der Antrag von den meisten Antragstellern bald wieder zurückgezogen wurde und da wir zweitens glaubten, dass ein a. o. K. T. in dieser Angelegenheit nichts weiter ausrichten kann. Wir standen auf dem Standpunkte, dass die einzige Möglichkeit, die Verhältnisse wieder in Ordnung zu bringen, geeignete Ueberweisungen für das W. S. sind, und haben uns daher um diese sorgfältig bemüht. Was die übrigen Ueberweisungen betrifft, so war zu berücksichtigen, dass die Zahl derer, die für Ueberweisungen in Betracht kamen, ausserordentlich klein war, auch muss mit Bedauern konstatiert werden, dass ein Teil der Vereine, und zwar gerade die, die uns in der Angelegenheit Freiburg am schärfsten angreifen zu müssen glaubten, es für so überflüssig hielten, uns hierbei zu unterstützen, dass sie uns auf unsere diesbezüglichen Schreiben nicht einmal antworteten. Immerhin aber ist die Sache so geregelt, dass7 soweit es sich bis jetzt übersehen lässt, für alle Vereine die nötigen Leute da sind. Gegen A. H. Dr. Kirschner hat ein E. R. stattgefunden, weil gegen ihn von Aussenstehenden der Vorwurf der Verleumdung von Kollegen und der Begünstigung einer Denunziation erhoben war. Als Ehrenrichter fungierten: Rosenkranz, Biram, Hildesheimer, Schwarz, Horovitz, Nussbaum und Kretschmer. Kirschner wurde freigesprochen. Die Kasse des Präsidiums steht nicht eben sonderlich. Es sind zwar jetzt sämtliche Schulden vom vorigen Jahre getilgt; trotzdem aber können wir für die nächste Zukunft kein allzu günstiges Prognostikon stellen. Die Schuld trifft keineswegs die jetzige Kassen Wirtschaft, die mit ganz besonderer Vorsicht geführt wird, sondern das vom K. T. genehmigte Budget Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Einnahmen des Präsidiums zwar für die laufenden Geschäfte vollkommen ausreichen, für ausserordentliche Ausgaben jedoch, wie solche in diesem Jahre notwendig waren und auf welche man in jedem Jahre gefasst sein muss, nicht genügen. Dazu kommt, dass einige Inaktive und Alte Herren trotz wiederholter Postaufträge ihre^Zahlungen noch nicht geleistet haben, und auch einige Vereine sind hiermit noch recht sehr im Rückstände. Die Kassenaussichten des Präsidiums stehen demnach folgendermassen: Wenn nicht noch unvorhergesehene Fälle eintreten und wenn wir die Kartelltagskosten für das Präsidium auf 300 Mk. berechnen, so werden wir zwar zum K. T. vollkommen schuldenfrei sein, haben uns jedoch dann vollkommen verausgabt, und müssen, da unsere Beiträge immer nur im April und Oktober eingehen, vom Januar bis April auf Schulden wirtschaften. Es wird also notwendig sein, dem Präsidium eine Mehreinnahme von etwa 200 Mk. jährlich zu sichern. Eine entsprechende Vorlage wird dem K. T. zugehen. Für das Präsidium Arnold Hildesheimer.