Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 5-6 (17.9.1908)
- Date
- 1908-09-17
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Der jüdische Student tätige Mithilfe versprochen; jedoch bleibt das Arbeitsamt eine völlig selbständige Institution des B. J. C. Es soll natürlich nicht nur B. J. C.-ern zugute kommen, sondern allen jüdischen Akademikern, Den genauen Entwurf werden wir vermutlich in einer der nächsten Nummern des J. St. veröffentlichen. Die Haupttätigkeit des Präsidiums seit unserem vorigen Berichte nahm die Angelegenheit des V. J. St. Freiburg ein. Dort hatten infolge von Streitigkeiten 14 Bundesbrüder, an deren Spitze die Bbr. Bbr. Benenson und Landau standen, ihr Austrittsgesuch eingereicht. Gleichzeitig mit dieser Nachricht erfuhren wir, dass -die Austrittsgesuche der Bbr. Bbr, Landau und Benenson vom Freiburger Konvente bereits genehmigt waren. Das Präsidium beschioss daher, Bbr. Hildesheimer sofort nach Freiburg zu entsenden, um die übrigen zwölf zur Zurückziehung ihres Austrittsgesuches zu bewegen und möglichst den Streit beizulegen. Nach langen Verhandlungen mit beiden Parteien kam schliesslich ein Kompromiss dahin zustande, dass Benenson und Landau die Erlaubnis erhielten, in den B. J. C. wieder einzutreten, jedoch im Konvente des V. J. St. Freiburg erst im S. S. 1909 wieder Sitz und Stimme erhalten sollten. Da Aussicht vorhanden war, dass daraufhin die Uebrigen die Austrittsgesuche zurückziehen würden, so konnte das Kompromiss als eine einigermassen befriedigende Lösung der Angelegenheit angesehen werden. Am Tage der Abreise Hildesheimers genehmigte jedoch der Konvent sämtliche "übrigen Austrittsgesuche und machte damit das ganze soeben mühsam errungene Kompromiss hinfällig. Der Freiburger Konvent ging offenbar von dem Bestreben aus, durch das Ausscheiden beider Parteien einen dauerhafteren Frieden im Verein herbeizuführen, als es das Kompromiss vermocht hätte. Da wir uns jedoch soeben erst über eine andere Art der Lösung verständigt hatten, da wir ferner den vom Freiburger Verein nunmehr selbständig eingeschlagenen Weg für den ganzen Verein für höchst gefährlich hielten und da schliesslich unter den Ausgeschiedenen sich Leute befanden, auf deren Zugehörigkeit zum B. J. C. wir Wert legen zu müssen glaubten, so sandten wir nunmehr A. H. Dr. Zwirn mit vollkommener Vollmacht nach Freiburg. Ueber die Tätigkeit Zwirns in Freiburg sowie über den ganzen weiteren Verlauf der Angelegenheit giebt Zwirn selbst in dieser Nummer einen Bericht. Wir fügen nur noch das Folgende hinzu: Von verschiedenen Seiten sind wir wegen der Art unserer Lösung der Angelegenheit Freiburg scharf angegriffen worden. Wenn uns auch diese Vorwürfe meist nicht getroffen haben, da sie teils aus einer falschen Auffassung der ganzen Angelegenheit, teils sogar aus mangelhafter Sachkenntnis entstanden sind, so sehen wir uns doch genötigt, hiermit zu erklären, dass wir bei dieser ganzen Angelegenheit ohne jegliches Vorurteil v orgegangen sind und das uns einzig und allein das Interesse des B. J. C. geleitet hat. Von verschiedenen Seiten ist beantragt