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Der jüdische Student · 1908-07-30 · Heft 4 (30.7.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 4 (30.7.1908)
Date
1908-07-30
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der jüdische Student. 83 Der Artikel im „März" ist eigentlich zu unbedeutsam, um grosse Beachtung zu finden. Dennoch ist es nützlich, an ihm festzustellen, das gewisse Leute ein grosses Interesse daran haben, mit allen Mitteln ihr jüdisches Volkstum zu desavouieren und sich immer und immer wieder als Deutsche zu proklamieren. Sonst glaubt es ihnen nämlich niemand. Und die Leidenschaftlichkeit, mit welcher sie harmlose Aeusserungen der jüdischen Nationalen bekämpfen, deutet darauf hin, dass sie diesen Aeusserungen eine starke innere Wahrheit beimessen, von der gleichen Eigenschaft ihrer eigenen gegenteiligen Ansichten aber nicht so überzeugt sind. Daher denn die auffällige Erscheinung, dass ernste wissenschaftliche Arbeiten über die Frage der jüdischen Nationalität, wenn auch überhaupt in sehr geringer Anzahl, von den jüdischen Gegnern dieser Nationalität fast überhaupt nicht existieren. Es empfiehlt sich, und empfahl sich darum auch hier, ein unehrliches und mit tendenziösen Entstellungen arbeitendes Phrasenwerk über dies ernste Thema als solches zu kennzeichnen. I. X. von Hans Meseritz (Berlin.) Zur Erinnerung:. Die Nachrichten, die uns in letzter Zeit über den B. J. (J. zugehen, sind mit geringen Ausnahmen recht wenig erfreulich und müssen ernsteren Bbr. Bbr. zu denken geben. Meiner Ansicht nach steht der B. J. C. vor einer Entscheidung, deren Ausgang wir heute noch nicht übersehen können, deren sicheres Eintreffen wir aber in den allernächsten Semestern mit Bestimmtheit zu erwarten haben. Der B. tl. C wird in nächster Zeit vor die Existenzfrage gestellt sein; denn es ist klar, dass ein Verein, dass insbesondere eine studentische Korporation nicht vegetieren kann, will sie nicht gerade darauf verzichten, eine angesehene Stellung unter den übrigen Korporationen einzunehmen. Es liegt mir fern zu behaupten, dass der B. J. C. augenblicklich schon vegetiere; doch das scheint mir klar, dass er heute nicht das ist und nicht das leistet, was der grösste jüdische Studentenbund Deutschlands zu leisten verpflichtet und imstande ist Wollen wir uns ein objektives Bild von dem augenlicklichen Stande des B. J. C. machen, so haben wir zu vergleichen, was an Positiven und was an Negativen bei uns geleistet wird. Tun wir das, dann sehen wir, dass das Negative das Positive bei weitem überwiegt. Plier droht ein Verein fast vollständig zu zersplittern und die Arbeit vieler erfolgreicher Semester illusorisch zu machen, dort — und das sind nicht wenige K. V. K. V. — gemahnt uns die geringe Zahl der Aktivitäts und die beinahe erfolglose Keiltätigkeit (man könnte oft richtiger sagen: erfolgreiche Keiluntätigkeit) daran, das hier nicht alles so ist, wie es sein soll

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