Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 2 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 33 Vereins mit den 57 000 des zionistischen Parteifonds vergleichen, auf die wir es nun glücklich gebracht haben. — Näheres über die Geschichte des Gedankens, eine Hochschule in Palästina zu schaffen (den besonders Schapira, der Schöpfer des Nationalfonds, vertrat) und über die Einrichtung des Technikums, das nach dem Muster eines deutschen angelegt werden soll, war in Nr. 15 der „Welt44 zu lesen. In dem Komite des Technikums" befindet sich u. a. Dr. Schemarja Lewin, der ja von jeher gerade der Förderung des höchst wichtigen jüdischen Schulwesens in Palästina seine Aufmerksamkeit und Tatkraft zugewandt hat. J. V. von Erich Cohn (Makkabaea). Heine als Jude. Von Siegfried Weitzmann (Charlottenburg). Den Anlass zu diesen Ausführungen gab die einfache Tatsache, dass ich in letzter Zeit wieder einmal im Heine herumlas. Und da nicht jeder von Gedanken befruchtet wird, die dem B. J.C. neue Fernsichten eröffnen oder seine Tendenz in eine noch unentdeckte grossartigere Richtung zwingen, so bitte :h die Bundesbrüder, sich eine, solche Benutzung meiner Mussestunden gefallen zu lassen; besseres vermag ein armer Mann wie Hamlet nicht zu geben. Keine Furcht: Nicht eine neue Lebensbeschreibung soll zu den schon vorhandenen hinzugefügt werden. Auch ästhetische Urteile will ich nicht zur gefälligen Auswahl aus. einer Mustersammlung anbieten. (Charlottenburg wurde hier wegen dieses „Fehlers 1 entsprechend niedrig gehängt; ich kann aber glaubhaft versichern, dass augenblicklich bei uns nichts davon zu spüren, ist.) Ich möchte nur das Rätsel, das gerade Heines Wesen umschleiert, mit dem gehörigen Abstand zu lösen versuchen und glaube hierbei 1 über etwas zu sprechen, was jeden Juden, und vor allem uns Junge, in hohem Masse angeht. % Heine macht in seinen Schriften über Teutschland (besonders in der „romantischen Schule"), vielleicht zum ersten Mal mit dieser Klarheit, einen scharfen Unterschied zwischen den beiden Religionen, die die Grundlage unserer gesamten Kultur bilden: Zwischen der griechischen und der jüdischen oder (in einer spätem Stufe der Entwickelung) mittelalterlichen W eltanschauung. Jene nennt er den „Sensualismus", diese hingegen den „jüdischen Spiritualismus" Die griechische Sinnenfreude kennt nur diese Frde mit ihrer Lust, lässt ihre Götter sogar auf einem Berg dieser Frde tronen. Der Zweck und Schwerpunkt ihres Lebens liegt in der umgebenden