Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 2 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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iyvji jimisum; OUIUCUI. au den technischen Hochschulen?2,5 rr, an der landwirtschaftlichen Schule in Leipzig neben 25 Deutschen 101 Ausländer. „Die 4151 Ausländer an den preussischen Hochschulen kosteten dem Staat 1 179 000 M. Dafür Könnten 1000 begabte, aber unbemittelte Söhne unseres Volkes selber in die Universitäten und Hochschulen gebracht werden/* Gegen ihn wandte sich das Abwehrblatt; es wies darauf hin, dass schon jetzt die Ausländer an deutschen Hochschulen in jeder Bcziehtnrjr"'zurückgesetzt werden (S. 127). Amüsant ist eine Episode, von der man in der Tägl. Rdsch. (9. V.) lesen konnte. Die Russen an der Mannheimer Ingenieurschule hatten sich an die Schulleitung gewandt mit der Bitte um Erleichterung der Prüfungen und Abschaffung der Frequenzliste und einem Hinweis darauf, welche ..unerfreulichen Folgen44 sich bei Nicht-Erfüllung der Forderungen ergeben würden. Resultat: eine Verschärfung der Aufnahmebedingungen für Ausländer. — Viel wichtiger, als sich gegen die verschiedenen Formen des Antisemitismus zu wehren, ist es für die jüdischen Korporationen, sich mit der f r e i s t u d e n t i s c h e n B e w e g u n g auseinanderzusetzen. Sie kann mit der Zeit zu unsenn gefährlichsten Feinde werden. Ihrem Kerne nach ist sie Reaktion gegen das deutsche Corps- und Burschensc'haftswescn und als solche gewiss in vielen Beziehungen mit Freuden zu begrüssen. Der Gedanke, den jungen Akademiker in den wichtigsten Jahre-}] der Fntw iekclung nicht in einen Kreis engherziger Vorurteile zu bannen, sondern ihm wahrhaft modernes Leben in allen seinen Formen vor Augen zu führen, ihm Freiheit und Weite des Blicks anzuerziehen, ist gesund und vernünftig. Unheilvoll aber wirkt dieses liberale Programm auf die ohnedies ach! so bberalen Juden. Sie umschwärmen es wie die Motten das Licht. Sie schliessen, dass Gegner ihrer Gegner ihre Freunde sein müssten. Fs gilt, ihnen klar zu machen, dass für einen zielbewussten Juden dort eigentlich wenig Neues zu finden, wohl aber unendlich viel zu verlieren ist. Was die Freie Studentenschaft gegen studentisches Unwesen vorbringt, trifft die jüdischen Verbände nicht (kaum den K. C.). Wohl a-ber sind die guten Seiten des deutschen Korporationswesens gerade auch für uns Juden wertvolle Mittel für unsere Zwecke: nur ganz enger Zusammenschluss vermag unsere kleinen Machtmittel überhaupt zu etwas'zu machen, die Korporationsdisziplin ist ein guter Dämpfer auf unsere individualistisch - egoistischen Neigungen, die „Einseitigkeit1* einer bestimmten Tendenz paralysiert die unter¬ Juden sich häufig findende Anlage, in einem ziel- und zwecklosen Wissenschafts- und Kunst-Dilettantismus sich zu verlieren, und sie allein vermag, selbstsichere Männer zu erziehen. Es ist klar, dass jene freistudentischen Gedanken" dem jüdischen Geschlecht, das w ir Zionisten bekämpfen, wie Honigseim eingehen. Wer nur gewohnt ist, von heute auf morgen zu denken, dem mögen sie als das endgültige Heilmittel erscheinen. Zu verstehen und anzuerkennen sind die Motive, aus denen Naumanns „Hilfe" sich zu ihrem