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Der jüdische Student · 1908-05-22 · Heft 2 (22.5.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 2 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3 °/c jüdischer Studenten, womit man es bisher nicht so genau nahm, unter kcäen Umständen überschritten wird. Die anderen Hochschulen werden hinter dieser Geset/.estreue nicht zurückbleiben wollen (JüdL Rdsch. 16 17 S. 147). Die Behörden finden tatkräftige "Unterstünzung bei der Studentenabteilung des Verbandes des russischen V#cs. Die Jüd. Rdsch. (No 18) teilte (nach der „Russischen Korrespondenz1') eine Tagesordnung dieser Studentenorganisation mit: darauf stellen nicht weniger als sechs geheime Berichte, von deren Inhalt man sich leicht Vorstellungen machen kann. Ein anderer Punkt handelt von der Notwendigkeit, die l niversitiits-Piencrschait aus ..echarussischen'* Leuten zusammenzustellen, da man dann ganz nebenbei eine nicht unerwünschte Kontrolle über Professoren und Hörer hafoe; ferner wurde man darüber einig, dass die L'niversitäts- Bibliotheten von verräterischen Büchern gereinigt und sorgfältig kontrolReirt werden müssten. - Dazu fügt es sich ganz schön, wenn der Duimpräsident Erleichterungen, ja allmähliche Znrückführung •der OleLcOibcrechtigung für die Juden verspricht. ° Dass die studierenden russischen Juden gar manche unangenehmen Eigenschaften haben mögen, werden wir glauben müssen, wenn wir sehen, wie sich auch die Schweiz jetzt zu einer Abwehrbewegung gegen sie regt. Denn dass der Antisemitismus von ..gewissenlosen Hetzern" etc. aus purer Grausamkeit geschaffen werde, mögen wir den Historikern des Zentralvereins und ähnlicher Verbände nicht so aufs Wort glauben. In Bern also erschwert man den „russischen" Studenten die Zulassung zur Universität durch Verschäräang der Prüfungen und Erhöhung der Immatrikulationsgebühr. Dfe liberalen Professoren sind durch annrussische aus den Prüfung^ommissionen verdrängt wurden: weitere Repressalien sind zu esrwarten. Ueberhaupt ist es verkehrt, sich unter der Schweiz ein Eldorado der Juden vorzustellen. Für die ganze Schweiz besteht seit den 9(ter Jahren ein Schächtverbot, das auf eine V o 1 k s initiative hin mit erdrückender Mehrheit in einer Volksabstimmung angenommen wurde. Der Sicherheit wegen hat man diesen Beschluss gleich dar Bundesverfassung angefügt und damit zum Staatsgrunds/esetz genmacht! Der Antisemitismus hat in der Schwc;z bisher nHit so viel von sich reden gemacht wie anderswo, er ist deswegen aber durchaus nicht weniger tief eingewurzelt, l angsam geht er jetzt den „israelitischen Schweizern" in die Nase und das Züricher „Israelitische Wochenblatt" wandte sich kürzlich in einem ..Abwehr"-A,'rtikel gegen die antisemitische Verrohung in der Schweizer Presse. Mit Schagen berichtete der antisemitische Abgeordnete Lattrnann anii 26. März im deutschen Reichstage von dieser neuesten EntwickeOung der Schweiz und ermahnte, ihr darin zu folgen. (Jeher die Zahl der A u s 1 ä njJ e r an d e u t s c h e n U n i v e r s i t ä t e n im Winter-Semester 190/ machte er folgende Angaben; in Heidelberg waren imiter den Studenten 16 r r, in Leipzig, Jena und Berlin 14 'r.

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