Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 1 (17.4.1908)
- Date
- 1908-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Der jüdische Student. 1907, wonach es damals nur 90 Israeliten neben 752 Katholiken und 743 Protestanten waren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir im Anschluss an unsern Bericht über den gemeinsamen Kaiserkommers noch nachtragen, dass Seine Magnifizenz der Herr Rektor die Freundlichkeit hatte, die fünf Herren, die bei dem Kommers das Präsidium führten, zu einer grossen Festlichkeit einzuladen, die er am 14. Februar im Roten Haus veranstaltete. Wir dürfen wohl aus dieser Tatsache neuerdings den Schluss ziehen, dass die Veranstaltung eines gemeinsamen Kommerses in der Professorenwelt mit Freude begrüsst worden ist. Im letzten Augenblick vor der Drucklegung wird uns zu dem obigen Artikel noch mitgeteilt, dass die Angabe des Artikels, die fragliche Aeusserung sei von dem „Vertreter eines akademischen Gesangvereins" gemacht worden, absolut unrichtig sei; der Studentengesangverein „Arioir1, der allein gemeint sein kann, habe im Gegenteil eine durchaus freundliche Stellung zu dem Verein jüdischer Studenten eingenommen. Ferner berichtigte der „Arioir (im Sond. V.) in der „Frankfurter Zeitung", er stehe antisemitischen Tendenzen völlig fern. — Auf die Wirkung des ganzen Streites auf andere Korporationen und in sonstiger Hinsicht bietet sich wohl noch Gelegenheit, zurückzukommen. Erwähnt sei hier noch, dass in der „Strassburger Israelitischen Wochenschrift" in der Angelegenheit unsererseits das Wort ergriffen wurde. — Der Beginn der Ferien machte weiteren Auseinandersetzungen ein Ende. Vorläufig erscheint es das Beste, zunächst die nach dem 1. Mai (Stiftungsfest der Universität) stattfindende Ausschusssitzung abzuwarten und unser Verhalten danach einzurichten. Ich habe mich bemüht, diesen Bericht möglichst objektiv zu geben; kann aber wenigstens in einer Beziehung meine persönliche Ansicht nicht verschweigen. Es bot sich uns, wenigstens einen Augenblick lang, die Möglichkeit, den Streit anders als mit Druckerschwärze auszu fechten; wenn die Schwierigkeiten bei der Masse der Gegner auch unendliche gewesen wären, so müssten uns diese Vorgänge eine neue Lehre dafür sein, nach dieser Richtung wenigstens besser gerüstet zu sein. O tto Auf rech t (X) Von unseren Füxen. II. Die Juden und die Landwirtschaft. Von Albert Straus. Die Juden sind in ihrem eigenen Lande ein ackerbautreibendes Volk gewesen. Die biblische und talmudische Gesetzgebung ist vorwiegend auf eine landwirtschaftliche Bevölkerung zugeschnitten, . Auch ausserhalb Palästinas sind die Juden vielfach der produktiven Arbeit zugetan geblieben, solange ihnen das gestattet wurde.