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Der jüdische Student · 1908-04-17 · Heft 1 (17.4.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 1 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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12 Der jüdische Student. Der Konflikt des V. J. St.-Strassburg mit dem provisorischen Studentenausschuss. Im Julihefte dieser Zeitschrift (S. 119) ist von dem Zustandekommen einer Gesamtvertretung der Studentenschaft an der Kaiscr- Wilhelm-Universität Strassburg gesprochen worden. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, dass dieser „provisorische Ausschuss" — er ist noch nicht vom akademischen Senate genehmigt — trotz der bei seiner Gründung ausgesprochenen guten Gedanken nicht das geringste geleistet hat. Gelegenheit, an die Oeffentlichkeit zu treten, bot sich ihm, als am Beginne des verflossenen Wintersemesters die Prinzen August Wilhelm und Waldemar hier immatrikuliert wurden. Für einen algemeinen Studentenkommers ihnen zu Ehren war der Tag angesetzt und Vorbereitungen getroffen; doch es war umsonst: die zu Ehrenden hatten abgelehnt. Es ging das Gerücht, dass man an der massgebendsten Stelle in Berlin damit sehr unzufrieden gewesen sei; vorher nämlich hatte der Kaiser dem Rektor telegraphiert, „er hoffe von dem Aufenthalt in Strassburg bei einem Verkehr mit Professoren und Studenten das beste für die Entwickelung seines Sohnes/1 Es musste etwas wieder gut gemacht werden, und so erfolgte eine Einladung für ungefähr 10 Studenten zu einem Empfangsabend und Essen in den Kaiserpalast seitens der Prinzen. Per Rektor überwies die Einladung dem provisorischen Ausschuss, der für den 29. XI. eine Sitzung einberief. Es war ein dies ater für den V. J. St.-Strassburg (nicht bloss in bezug auf diese Ausschusssitzimg). Für den ganz plötzlich abberufenen Marcel Levy übernahm A. H. Referendar Lang die Vertretung. Es waren nicht alle Korporationen vertreten. Der S. C. hatte Sondereinladungen erhalten, mehrere Verbindungen hatten abgelehnt. Die Auseinandersetzung ging um die Verteilung der 6 zu entsendenden Vertreter, die 4 anderen sollten der Vorstand des prov. Ausschusses sein. Bei einer Gruppenbildung lehnten die zu einer Gruppe vereinigten Korporationen die Aufnahme des V. J. St. ab, resp. weigerten sich, ihn als Vertretung anzuerkennen, wenn das Los auf ihn fiele. Unser Vertreter verliess darauf die Sitzung. Wir übersandten dem Ausschuss unsere Austrittserklärung und machten dem Rektor hiervon Mitteilung. Unsern Vertretern gegenüber, die ihm den Sachverhalt vortrugen, bedauerte dieser den Vorfall, erklärte jedoch, erst beim endgiltigen Zustandekommen des Ausschusses und seiner Genehmigung durch den Senat vorgehen zu können; unsererseits wurde versprochen, die Sache nicht an die Oeffentlichkeit zu bringen, bis der Prinzenempfang stattgefunden habe. — Mitten in diese Tage fiel im Verein ein Wechsel der Chargierten. — Kurz vor Weihnachten fand der Empfang statt, und nach den Ferien brachten die Lokalzeitungen über ihn einen kurzen Bericht. Bald darauf rüstete man sich zur Kaisergeburtstagsfeier. Wir erhielten ausser der Einladung zum Festakt der Universität Zuschriften vom Studentenausschuss, die die gemeinschaftliche Auf-

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