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Der jüdische Student · 1908-04-17 · Heft 1 (17.4.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 1 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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8 Der'jüdische^Student. Zeitungen wie die Universitätsbehörden doch wissen, dass in Russland ein Schwerverbrecher alle möglichen Papiere sich leicht verschaffen kann, während es dem anständigsten Menschen häufig unmöglich ist, auch nur ein Führungszeugnis zu erlangen, namentlich wenn er — Jude ist Aber was geht das unsere Behörden und unsere Liberalen an. Vor Führungszeugnissen haben sie nun einmal einen unendlichen Respekt ...... Dasselbe Versteckspiel mit dem wahren Namen leistet sich auch das B. T. (24. 3.) in einem Aufsatz über „Das Ausländerreglement der Universität Bern, das, wie der betr. Korrespondent meint, lieber „Russenreglement" heissen sollte. Nun, wir gehen noch ein Schrittchen weiter und kommen der Wahrheit damit bedeutend näher, indem wir es einfach „Judenreglement" nennen. Warum nicht gleich? Zu den bereits mitgeteilten Verschärfungen der Aufnahmebestimmungen (XII 312f.) tritt noch eine Erhöhung der Immatrikulationsgebühr für Ausländer auf 50 Francs, deren prohibitive Tendenz aber kaum den gewünschten Erfolg einer „Abschreckung der russischen Invasion" haben wird. Was kann von Russland Gutes kommen? „Zwanzig jüdischen Studentinnen wurde das Wohnrecht in Petersburg versagt, sodass sie ihre Studien aufgeben mussten" (Welt v. 31. 1.) — „Der Rat des Petersburger Technologischen Instituts organiserte dieser Tage für die Studenten der mechanischen Abteilung eine Studienreise nach Moskau, um den Studenten Gelegenheit zu geben, die dortigen Strassenbahn-Einrichtungen und einige grosse Fabrikanlagen zu besichtigen. Trotz aller Bemühungen des Direktors des Instituts konnte indessen für die jüdischen Studenten keine Erlaubnis zum vorübergehenden Aufenthalt in Moskau erlangt werden, und so mussten die jüdischen Studierenden hübsch zu Hause bleiben." (J. R. No. 13). — „Die Verwaltung der Moskauer Technischen Schule hat vom Ministerium für Volksaufklärung die Anfrage bekommen, wie gross die Prozentnorm der jüdischen Studenten im Verhältnis zu der Zahl der übrigen Studenten der Hochschule ist ... . Der neue Bildungsminister will die Prozentnorm bei Aufnahme der Juden in höhere Lehranstalten beibehalten" (Welt No. 13). Aus Oesterreich berichtet die Welt am 7. 2.: In den sogenannten „Kleinen Nationalien" der Wiener Technischen Hochschule existierte bis zum letzten Studienjahre eine „Nationalitätsrubrik". Erst in diesem Jahre wurde sie aus unbekannten Gründen gestrichen u. durch die Rubrik „Muttersprache" ersetzt. Als zahlreiche jüdische Studenten diese mit „jüdisch" ausfüllten, wurden manchen von ihnen in der Rektoratskanzlei Vorstellungen gemacht, ja sogar gedroht, dass sie relegiert würden. Ueber diese Vorfälle führte eine Studentendeputation beim Rektor Prof. Vortmann Beschwerde. Der Rektor versprach, Abhilfe zu schaffen. Und am 13. 3.: Die Exekutive der jüdischen akademischen Korporationen ist

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