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Der jüdische Student · 1908-04-17 · Heft 1 (17.4.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 1 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student. (vom 19. 2.) gern hinstellen möchten. Freilich enthält er viel olle Kamellen, aber er enthüllt uns auch, da er bei aller Theoretisiererei doch mehrfach unmittelbar aus dem Leben schöpft, eine ganze Masse interessanter Details einer Antisemitenseele. Bei einiger Ehrlichkeit müsste der so judenfreundliche Rezensent der M. A. manchen Seitenhieben jenes „Elaborates" eine gewisse Berechtigung zuerkennen. Es ist immerhin lesenswert. Zu den allerdings offenbar fehlerhaften Grundlagen des Artikels gehört auch der Vorwurf der „V e r j u d u n g" der Universitäten, speziell der medizinischen Fakultät, einer, wie Verf. meint, in deutschen Aerztekreisen oft bitter beklagten Tatsache. Es verlohnt sich, dazu die Ausführungen des Professors Schwalbe im „Tag" (vom 25. 2.) über: die Berufungen von Professoren, und zwar den Abschnitt über die Zurücksetzung der jüdischen Universitätslehrer, zu vergleichen, wo die ja allgemein bekannten Tatsachen auf ihre Gründe hin behandelt und dabei wesentlich andere Ergebnisse zu Tage gefördert werden, auf die man die Phrase von der Verjudung nur mehr schlecht anwenden kann. — Von neuen Beschränkungen für Russen an den süddeutschen Hochschulen, die ja in der Tat bisher Preussen an Gastlichkeit übertragen, weiss die J. R. (No. 12) zu berichten (vgl. übr. XI 282): Soeben werden hier offiziell neue Erschwerungen für die Aufnahme russischer Studenten und Hospitanten angekündigt, die an allen süddeutschen Universitäten gleichmässig durchgeführt werden sollen. Dabei muss man zum hundertsten Male wiederholen, dass es sich in den weitaus meisten Fällen dabei um rein antisemitische Massnahmen handelt, die der russischen Regierung würdig sind, aber nicht der Verwaltung unserer „freien" Hochschulen. Man spricht von „Russen" und meint die Juden, denn erstere sind in so verhältnismässig geringer Anzahl da, dass sich ihretwegen solche Ausnahmegesetze nicht lohnen würden. Aber die jüdischen Studenten, denen es in Russland schwer genug gemacht worden ist, ihr Gymnasialzeugnis zu erhalten — sie allein haben unter allen den Schikanen zu leiden, und für sie allein sind sie auch bestimmt. Weil man sehr genau weiss, wie leicht es dem russischen Tschin ist, Führungsatteste zu verweigern, deshalb tut man so, als müsse jeder „russische"' Student, der nicht ein Bombenwerfer oder Meuchelmörder ist, ohne weiteres ein solches Zeugnis präsentieren können und wird nun also in Zukunft durch das Verlangen nach solchen einem grossen Teil der jüdischen Studenten die Aufnahme unmöglich machen. Bedauerlich bleibt es nur, dass sogar unsere liberalen Zeitungen, die doch alle Tage über die Barbarei Russlands jammern, gar nichts dabei finden, wenn man an die Juden, die aus diesem herrlichen Lande kommen, dieselben Anforderungen stellt, als wären sie wohlgeordnete und registrierte Preussen. Dabei sollen die

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