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Der jüdische Student · 1908-02-01 · Heft 11 (Februar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 11 (Februar 1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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292 Der jüdische Student. Was den Besuch der festlichen Veranstaltungen angeht, so kann man ja Hantke Recht geben. Ich für nieine Person habe hier in Berlin nie viel von unseren Festen gehalten, aber das steht auf einem anderen Felde und gehört nicht hierher. Was Hantke des Weiteren über die Mitarbeiterschaft der A. Ii. A. H. an der geistigen Entwicklung des Vereins sagt, lässt sich im Allgemeinen unterschreiben. Dass vorzugsweise spätere „Jugendbildner" dabei mitwirken müssen, erscheint mir nicht unbedingt nötig. Wir haben ja glücklicherweise einen schönen Stab vortrefflicher Theologen und Philologen, warum aber soll Zlocisti nicht unsere Geschichte, Namiot nicht hebräische Sprache docieren? Bei diesem Thema möchte ich den Vereinen zurufen: Beherziget die vorzüglichen Ausführungen von Kirschner in diesen Blättern! Mehr, viel mehr Hebräisch! Es ist eine Schande, wenn man merkt, dass eine grosse Anzahl unserer Bundesbrüder nicht einmal Hebräisch lesen kann. Mit seinem Zionismus brillieren und kein Wort unserer Sprache zu verstehen, wie sich das zusammenreimt, mag mir ein anderer deuten! Ich verstehe es nicht! Zum Zionismus gehört aber auch ein gewisses Quantum Nationalökonomie. Audi in dieser Forderung hat Kirschner Recht. Ich füge hinzu: Etwas weniger Einzelheiten aus der Geschichte, besonders weniger tote Geschichtszahlen! Der letzte Band des Graetz hat, wie Kirschner zuzustimmen ist, für einen derartigen Geschichtsunterricht gar keinen Wert. Noch für einen Punkt erscheint mir die Mitarbeit eines A. H. bei der Füchsenerziehung nötig: Für den Unterricht im studentischen Comment. Hier muss ein durchaus bewanderter Alter Herr mit Weglassung des Unwesentlichen und für unsere B. J. C.-Verhältnisse Bedeutungslosen den Fuchsmajor energisch unterstützen und ergänzen. Da es nun einmal Tatsache ist dass eine beträchtliche Anzahl Berliner V. J. St.er in der Satisfaktionsfrage einen positiven Standpunkt einnimmt — hoffentlich wird sich diese Zahl zum Wohle des V. J. St. in den nächsten Jahren noch vervielfältigen —, so müssen stets einige Burschen befähigt sein, in einem Ehrengerichte unsere Interessen aufs energischste und beste zu wahren. Das Amt des Ehrenrichters ist für uns Juden nicht allein in antisemitischen Angelegenheiten, sondern auch sonst vielfach, ein ausserordentlich schweres und verantwortungsreiches. Dann aber müssen von diesen Burschen wieder einzelne befähigt werden — die eigentliche Schule bittet natürlich die Praxis selbst —, das ganz besonders schwierige, viel Takt, Umsicht und Erfahrung erfordernde Amt des Vorsitzenden im E. G. zu übernehmen. Welche Unannehmlichkeiten, ja beklagenswerte Verhältnisse dann entstehen, wenn ein unerfahrener Vorsitzender aus unserer Mitte bei schweren Forderungen und bestehenden heiklen Umständen ein Ehrengericht leitet, dafür haben wir im letzten Jahre ein'-n drastischen Beleg erfahren. Bei dieser Gelegenheit mag daran erinnert werden, dass auf meinen Antrag hin

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