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Der jüdische Student · 1908-02-01 · Heft 11 (Februar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 11 (Februar 1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der jüdische Student. 291 vent mit einer gewissen Stimmenzahl zur Restriktion zu bringen, davon hat Hantke noch nie gehört. Den tatsächlichen Besuch der Convente durch die A. H. A, H. angehend, stellt Hantke des Weiteren die Forderung, „in prinzipiellen Dingen, gewissennassen in Verfassungsfragen, sollen wir Convente besuchen und unsere Anschauungen mit Energie zur Sprache bringen." „In diesen Fällen müssen wir auch Stimmrecht haben.4' Zunächst ist eine derartige äusserliche Abgrenzung zwischen prinzipiellen und .nichtprinzipiellen Dingen eine ausserordentlich schwere und sehr individuelle. Aber zugegeben! Nun in den letzten Jahren ist bei xyz Anlässen den A. H. A. Ii mitgeteilt worden, ausserordentlich wichtige Vereinsangelegenheiten ständen zur Beratung. Wer erschien? Wenn es viel waren, zwei A. H. A. H.! Ich erinnere mich lebhaft der Eröffnung eines Kartelltages in Berlin, es war Sonntag Morgen V>12 Uhr. Wer war von den Berliner A. H. A. H. zur Begrüssung des K. T. erschienen? Ein einziger nichtdelegierter Berliner A. H.! So dass der K. T. zu ewigem Andenken diese Tatsache zu Protest nahm. Weiterhin, ist es nicht Pflicht des in Berlin stagierenden jungen Referendars, der nicht weiss, wie er seine Abende totschlagen soll, recht häufig die Convente zu besuchen und seine 9—11 Semester in den Dienst des Vereins zu stellen, nachdem er sowieso zu früh Alter Herr geworden ist? Hat der in Berlin sein praktisches Jahr absolvierende Medizinalpraktikant nicht einige Abende im Jahre Zeit, an denen er seine Kraft in den Dienst des Vereins stellen kann! Was aber die ganz Alten Herren anbetrifft, so missfällt dem Convent hauptsächlich, dass sie sich gar nicht sehen lassen. Die Herren werden für recht teures Geld benachrichtigt, warum kommen sie nicht einmal gelegentlich auf den Convent oder die Kneipe, um auch nur eine Stunde da unter den Aktiven zu verweilen und wenigstens die Leutchen kennen zu lernen und sich selbst einmal vorzustellen? Von den A. H. A. H. des Vereins verlange ich, dass sie jedes Semester zu fühlen und zu lauschen versuchen, was für eine Luft im Vereine weht. Dazu bedarf es, dass man als alter Herr sich gelegentlich mal abends ins offiziöse Cafe setzt und einen, vielleicht 2 Convente im Semester, meinetwegen auch eine Kneipe, besucht. Das sieht recht äusserlich und schablonenhaft aus, ist aber m. E. das einzig Richtige! Und das sollte sich nicht ermöglichen lassen? Auf eine Autorität hin habe ich schon manchen Antrag im Berliner Convent annehmen sehen, und das von Rechtswegen, das ist doch besser wie auf keine Autorität hin! Und was will denn Hantke mit folgendem Satze: „Wir müssen uns hüten, den Vereinen unsere Ansichten aufzuoktroyieren, wie Eltern, deren Kinder keine von den Eltern abweichenden Anschauungen haben dürfen." Gerade der Vergleich der A. H. A. H. mit den Eltern und vice versa hinkt mit beiden Beinen. Und schliesslich, man scheut sich, Herren um Rat anzugehen, die man nicht einmal von Person kennt (vergl. die betreffenden Sätze Hantkes).

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