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Der jüdische Student · 1908-02-01 · Heft 11 (Februar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 11 (Februar 1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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290 Der jüdische Student. lieh langsam vor sich gegangen und vielleicht war gerade dies der Beweis für die Hygiene der Entwicklung. Es gehört eigentlich nicht ganz hierher, soll aber im Zusammenhang doch gesagt sein, dass auch heute, 1908, der Verein einen vollkommenen Korporationscharakter noch nicht erreicht hat. Es fehlt noch an grossen Kleinigkeiten, insbesondere an der Ausbildung einer strafferen Disziplin, überhaupt an einer schärferen Herauskehrung der Form. Was nun die noch bleibenden Ausführungen tiantkes angeht, so beginnen dieselben für mich bei der Aufwerfung der Frage, was können und müssen wir von unseren A. H. A. H. verlangen, und wie soll sich das äussere Verhältnis gestalten? Hierauf antworte ich: Dies Verhältnis soll sich noch um ein gut Stück enger und gedeihlicher gestalten, als wie Hantke es statuiert, und last not least. von den Alten Herren wollen wir ebenfalls mehr verlangen, als Hantke. Was will denn Hantke mit dem geradezu lächerlich naiven Satze: „Es ist nicht Aufgabe der Alten Herren, die ConVente und die Kneipen häufig zu besuchen/4 — Ja, lieber Hantke, wer hat denn diese Forderung je aufgestellt? Kein Mensch! Du hast aber vernommen, dass zu einigen Zeiten einige wenige Alte Herren die Convente (vielleicht auch die Kneipen) des Vereins etwas häufiger und regelmässiger besucht haben, als es sonst in Berlin bei uns Mode, Sitte und Brauch ist. Hieraus den an und für sich ganz selbstverständlichen Satz aufzustellen, den ich soeben gebührend kritisiert habe, klingt doch etwas stark persönlich an! Dass Du erklärst, Du wollest nicht persönlich werden, ist irrelevant. Tatsache ist, dass zahlreiche alte Bundesbrüder zu mir sagten, der Hantkeschc Artikel wendet sich in auffällig persönlicher Weise gegen Dich! Deswegen will ich auch einmal ganz persönlich werden und ein Beispiel von meiner Person dafür anführen, dass ein A. H., der die Vereinsveranstaltungen häufiger besucht, als gewöhnlich Brauch ist, wohl seine Gründe dafür haben wird: Als ich im Winter - Semester 03—04 nach Berlin kam, sah ich es natürlich als meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit an, den Berliner V. J. St. von Grund aus kennen zu lernen. Ich hatte einige Jahre vorher einen anderen späteren V. J. St. gegründet, ich hatte Zeit genug, was stand also dem entgegen, recht häufig die Vereinsveranstaltungen zu besuchen? Hantke wünscht den A. H. A. H. das Stimmrecht auf den Conventen entzogen, und begründet das verschiedenfach, zuletzt sogar mit dem Hinweis auf eine eventuelle Terrorisierung der Aktivität. Ich glaubte bisher ganz im Gegenteil, der Convent würde sich ein ausserordentliches Vergnügen daraus machen, einmal tatsächlich terrorisiert zu werden. Bisher ist in langen Jahren eine solche Vergewaltigung, trivialer ausgedrückt, noch niemals Ereignis geworden! Schade! Dabei bestand bisher sogar in Berlin das Recht der Abstimmung für Mitglieder der übrigen B. J. C.-Korporationen. Dass der Convent das Recht hat, unliebe Anträge auf dem nächsten Con-

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