Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 287 brüdern unerfindlich. Darum möchte ich die dringende Bitte an A. H. Hantke richten, sich in Zukunft nicht auf den Status von Anno 95, sondern von 08 zu stellen. Eine der Hauptforderungen des Verfassers geht dahin, dass der Altherrenbund Berlin vom Uebel sei und als solcher von der Erdoberfläche zu verschwinden habe. Es wird wohl wenige geben, die der Auflösung des A. H. B. Berlin nicht das Wort reden. Der Gedanke ist aber nicht neu, sondern schon einige Jahre alt. Ich liebe sonst keine Prioritätsansprüche für mich geltend zu machen, hierbei möchte ich aber aus einem besonderen Grunde doch daran erinnern, dass ich bereits auf dem Kartelltag 1903 an Weihnachten den Antrag stellte — ich war damals allerdings erst 3 Monate in Berlin, hatte aber schon den Verband als etwas Schädliches kennen gelernt, — die bestehenden A. H. B. Verbände sollten sich auflösen. Damals war es interessanter Weise Hantke, der in längerer Rede meine Ausführungen bekämpfte, auf die grosse Bedeutung des A. H. B. Berlin hinwies und erklärte, der Verband würde sich eine Ehre daraus machen, trotz der Reden Westheimers weiterzubestehen. Dennoch nahm eine beträchtliche Majorität des K. T. meinen Antrag an. Derselbe hatte aber das Schicksal von vielen Karteiitaesbesrhlüssen, er wurde nicht zur Ausführung gebracht. Nun, tempi passati, heute ruft Hantke selbst zum Rückzug. Allerdings nachdem vier lange Jahre vergangen sind und viel Schädliches durch das Fortbestehen des Bundes angerichtet worden ist. Hantke weist in erster Linie darauf hin, dass z. Z. in Berlin besonders die finanzielle Betätigung der Alten Herren sehr darniederliegt, während durch ein direktes Zahlen der A. H. A. H. an den Verein die Kapitalkraft des Vereins wesentlich gehoben würde. Im Grossen und Ganzen kann man diese Ausführungen unterschreiben. Warnen möchte ich aber auch hierbei vor einem übertriebenen Optimismus. Nur ein sehr energischer Kassenwart einerseits und die endliche unbedingte Durchführung des Prinzips, dass Alte Herren, die mehreren Vereinen angehört haben und auch in Zukunft noch angehören wollen, an jeden einzelnen Verein ihre Beiträge zahlen müssen — d. h. der Luxus, oder wie man sonst dies nennen mag, soll auch demnach bezahlt werden kann Hilfe bringen! Hantke will nur zerstören ich habe in einer Reihe von Anträgen, die durch die Nachlässigkeit eines Berliner Aktiven in der vorletzten Nummer des Jüdischen Studenten nicht zur Veröffentlichung gelangten und wohl erst den nächsten K. T. beschäftigen werden, den Versuch gemacht, zum Teil wenigstens auf den Ruinen des dem LTntergang geweihten Berliner A. H. Verbandes, aufzubauen. Als Produkt einer langsemestrigen Beschäftigung mit der Altherrenfrage bei unseren Vereinen überhaupt, unterstützt von einer fünfgliedrigen Kornmission —- die sich sogar einmal vollzählig versammelte —, insbesondere aber beraten von einigen erfahrenen Alten Herren, sind meine Versuche zur Reorganisation der Altherrenschaft des B. J: C. überhaupt entstanden.