Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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286 Der jüdische Student. für die die Universität selber und die Kollegs ein günstiger Nährboden sind. Und wie in Russland, so erwecken auch in Amerika solche Versuche und Massnahmen zu akademischen Beschränkungen neue und bewusste jüdische Kräfte. So wies in einer Versammlung in Chicago Prof. Emil G. Hirsch auf die Notwendigkeit der Gründung einer jüdischen Universität daselbst hin, „Es soll dies jedoch keine jüdische Universität in jenem engen Sinne sein, dass in ihr nur Juden als Hörer oder Lehrer aufgenommen werden sollen, sondern nur in dem Sinne, dass sie von Juden dotiert und erhalten werde. Ist sie einmal eröffnet, so soll sie allen Konfessionen und Farben zugänglich sein. Christen und Nichtchristen, Juden und Heiden, die gelbe und schwarze Rasse, sowie die weisse, sollen in ihr willkommen sein. Als einzige Bedingung für die Erlangung eines Postens in der Fakultät werden nur die Befähigung und die Vorurteilslosigkeit zu gelten haben. Wir besitzen das Geld dazu. Weshalb sollen wir nicht rasch an die Ausführung schreiten?" (G. A. vom 5. 1.). Immerhin ist seine Forderung der Ausdruck einer starken jüdischen Tendenz, und erinnert man sich, dass Hirsch Reformrabbiner ist, so muss man gerechterweise zugeben, dass die billige Zionisten- und V. J. St.er-Redensart von dem absolut assimilatorischen Charakter jeder Reform zum mindesten in ihrer Allgemeinheit eine alberne Phrase ist, und dass sehr häufig sogar noch so extremer religiöser Liberalismus mit bewusstestem jüdischen Empfinden und Wollen Hand in Hand geht. B. K. Der B. J. C. und seine Alten Herren. Eine Entgegnung auf den Aursatz von Dr. R. Hantke-Berlin in der 2. Novembern u mm er des J. St., zugleich eine Ergänzung. Ton Dr. Westheimer Pankow-Berlin. (V- J. St.-Strarsburg A. H , V. J. St-Rerlm A II.) Um bei Bundesbrüdern, denen aus irgendwelchem Grunde die in Betracht kommenden Verhältnisse unbekannt sind, nicht den Glauben zu erwecken, qui tacet, consentire videtur, sei die folgende Entgegnung auf den Artikel Hantkes in Nummer 8 des J. St. geschrieben und veröffentlicht. Die Ucberschrift der genannten Arbeit lautete: „Der V. J. St. und seine Alten Herren." Schon hierzu muss gesagt werden, einen V. J. St. kafexoehen gibt es im B. J. C. nicht. Wenn der Verfasser den Berliner alten Verein meint, dann soll er so liebenswürdig und zugleich so deutlich sein, dies zu sagen. Im ganzen Artikel kommt aber auch nicht ein einziges Mal das Wort Berlin vor. Bei aller Ehrfurcht davor, dass Hantke den Berliner alten Verein mitgegründet hat, möchte ich ihn doch darauf aufmerksam machen, dass wir heuer bereits auf die stolze Zahl von 9 Vereinen im B. J. C. schauen können. Warum daher gerade Berlin d e r V. J. St. ist, ist mir und sicherlich auch allen anderen Bundes-