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Der jüdische Student · 1908-01-01 · Heft 10 (Januar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 10 (Januar 1908)
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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252 Der jüdische Student. Organisation des Rechtsanwaltsstandes ein. In dem Entwurf wird vorgeschlagen, die Zahl der jüdischen Rechtsanwälte prozentual zu beschränken". (B. T. v. 14. XII). Dieser Vorschlag, mit den anderen neuesten Verordnungen betr. die Kaufleute und die Diplomerteilung an den höheren weiblichen Lehranstalten zusammengenommen, bietet ja wieder einmal die traurigsten Aussichten für die Zukunft. B. K. Hebräisch als Sprache. Was ist — vielmehr was wäre uns heute eine hebräische Umgangssprache? Haben wir in der gewöhnlichen Art des aus Religionsschulen etc. bekannten Unterrichts der biblischen Sprache diejenige Methode, die den inneren Wert unseres antiken Volksidiomes klar zum Ausdruck bringt? Gibt es praktische Erwägungen über das Hebräische? Ich meine, ist es nicht bloss der geistigen Erwerbung des Lateins gleichzusetzen! In medias res tretend kann ich nicht umhin zu behaupten, dass die Ideen erstens: „die Wiederbelebung des Hebräischen sei nur etwas Künstliches", zweitens, dass es bloss „Schande sei, im B. J. C. Bundesbrüder zu haben, die nicht mal Chomesch übersetzen könnten", nachweisbar ein Rest jenes übelbeläumdeten Killohjudentumes sind, an historische Reminiszenzen religiösen und kulturgeschichtlichen Eigenwertes zart angelehnte Gedanken im weitesten Sinne unpolitisch und dem Sprachproblem nicht ganz verständnisvoll gegenübertretend! Die Folgen des hebräischen Unterrichtes nach altem Betriebe sind — wenn wir's recht bedenken, seit 2 Jahrtausenden in jeder Generation sich wiederholend — das Bekanntwerden mit dem Stoffe der jüdischen Vergangenheit, wohl sicher Liebe zu den geschilderten Personen, Orten und Gegenständen — ferner die Ausbildung des religiösen Gefühls, Verständnis für eine verschollene Kultur, Aufdeckung des geschichtlichen Quellbereiches unserer Nation und last not least eine aus halb religiösen, halb pietätvollen Ursprüngen sich ableitende Scheu und Ehrfurcht vor der hebräischen Sprache als solcher. Pflege religiösen Gefühls als Privatsache ausser Betracht gelassen — bleiben für tiefergeistige Bewertung bloss das Erfassen antik-jüdischer Kultur und Verständnis für die historische Herkunft unseres Volkes (so oder so) übrig, während alles übrige als oberflächliche, natürliche Folge der Lektüre eines religiös-geschichtlichpoetisch-kulturellen Werkes zu bezeichnen ist. Aber auch der weiterwirkende Wert des kulturgeschichtlichen und historischen Gehaltes ist nur ein auf die Empfindung gehender, in der Weise also, dass die

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