Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 251 als dem verehrlichen A. H. der „Normannia'*-Wien gute Fortschritte. In C z e r n ow i t z zeigt sich der neue Rektor dieser Frage gegenüber ebenso verständnisvoll wie sein Vorgänger (vergl. Heft 7, Seite 180). Die „Welt" berichtet am 6. Dez.: Mittwoch, den 20. v. M., haben zwei Chargierte der akademischen Verbindung „Hasmonäa" namens derselben beim neugewählten Rektor Prof. Dr. Kozak in Frage der Anerkennung der jüdischen Nationalität an der Czernowitzer Universität vorgesprochen. Bekanntlich hat der vorjährige Rektor Prof. Dr. Ehrlich das Versprechen, die Nationalitätsklausel anerkennungsweise im Rektoratsbericht zu vermerken, bloss für seine Rektoratsperiode gemacht, und es galt nun, die Stellungnahme des neugewählten Rektors zu erfahren. Der Rektor empfing die Deputation aufs freundlichste und hob hervor, dass gerade er den Bestrebungen der jüdisch-nationalen Studenten stets sympathisch gegenüber gestanden habe. Er werde, soweit möglich, auch als Rektor den jüdischnationalen Studenten Entgegenkommen beweisen. Er verspreche in gleicher Weise wie sein Vorgänger Prof. Dr. Ehrlich, die Nationalitätsklausel im Rektoratsbericht zu vermerken. Die endgülitge Entscheidung bleibe der ministeriellen Erledigung vorbehalten. Es ist somit als erfreuliches Ergebnis zu betrachten, dass auch der neugewählte Rektor für seine Rektoratsperiode den Ausweis der Nationalitätsklausel zugesichert hat. Ebensowenig verhält man sich in Wien der ganzen Frage gleichgiltig oder ablehnend gegenüber. Die J. R. bringt hierüber in Nr. 50 folgende Notiz: Unter Führung des Abg. Dr. Mahler sprach gestern eine Deputation der jüdischnationalen Studentenschaft Oesterreichs beim Unterrichtsminister Dr. Marchet vor. Der Sprecher der Abordnung, Jurist Winterstein, begrüsste die Forderung nach Anerkennung der jüdischen Nationalität an den Hochschulen in Oesterreich und wies besonders auf den der akademischen Freiheit und den nationalen Grundrechten widersprechenden Zwang hin, der auf die jüdischen Studenten bei Ablegung ihres nationalen Bekenntnisses ausgeübt werde. Redner erinnerte den Minister an die im Mai dieses Jahres gemachte Zusage wegen rascher Erledigung der Angelegenheit und verwahrte sich besonders gegen die erfolgte Einholung eines Gutachtens des Wiener Kultusvorstandes, der in dieser Frage weder kompetent noch unbefangen sei, Der Unterrichtsminister anerkannte die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Frage, erklärte jedoch, dass wegen der Arbeitshäufung im Ministerium und der Kompliziertheit dieser Frage eine Erledigung der Angelegenheit nicht vor dem nächsten Sommersemester zu erwarten sei. Dagegen geht's in R u s s 1 a n d langsam, aber sicher rückwärts. Der Ministerrat brachte „in der Duma einen Gesetzentwurf über die