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Der jüdische Student · 1908-01-01 · Heft 10 (Januar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 10 (Januar 1908)
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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248 Der jüdische Student. Eisenacher Resolution mit ihrer unbestreibaren Rigorosität hat nun auch Tübingen, das erst in Nürnberg neu aufgenommen worden war, zur Kündigung der Gefolgschaft veranlasst. Die T. R. (4. Dez.) meldet darüber Folgendes: Der Ausschuss der vereinigten Tübinger Studenten-Korporationen hat, wie wir hören, infolge der Stellungnahme des Verbandes gegenüber den dem Ausschuss angehörenden katholischen Verbindungen auf weitere Zugehörigkeit zum Verband Deutscher Hochschulen verzichtet. Die dortigen katholischen Verbindungen hatten schon bei ihrer Aufnahme unter dem Protest der Zentrumspresse die Erklärung abgegeben, dass ihnen ultramontane Tendenzen fernliegen, und dass sie es verurteilen, wenn auf Katholikentagen, an denen sie sich offiziell beteiligen, Parteipolitik, d. h. Zentrumspolitik, getrieben werde. Das weitergehende Verlangen des Verbandes, dass die den einzelnen Ausschüssen angehörenden katholischen Korporationen aus ihren Kartellverbänden und anderen der ultramontanen Partei nahestehenden Organisationen, wenn sie im Ausschuss belassen werden wollten, auszuscheiden hätten, hat der Tübinger Studentenausschuss nicht für berechtigt erkannt und daraus die Konsequenz seines Austritts gezogen. Ein weiterer Mittelpunkt zur Bekämpfung des Ultramontanismus ist in Leipzig geschaffen worden durch die Gründung einer Ortsgruppe des Akademischen Bismarck - Bundes, der, eine körperschaftliche, nichtpolitische Vereinigung von Studierenden, seine Mitglieder über das Wesen des Ultramontanismus als national-kultureller Gefahr aufzuklären und ein wahrhaft deutsches Nationalgefühl zu wecken und zu fördern sich zum Ziel gesetzt hat. Bemerkenswert ist übrigens, dass der Rektor der Universität Berlin, Geh. R. Prof. Stumpf, dem Bismarckbund verboten hat, seine Anschläge am schwarzen Brett zu veröffentlichen, und zwar, wie er in einer Zuschrift an die T. R. ausführt, nicht nur, weil er, obwohl persönlich die Bekämpfung des Ultramontanismus billigend, sich doch „von der Wirksamkeit eines besonderen akademischen Vereins in dieser Hinsicht mehr Unheil als Heil erwarte", sondern auch, weil er----„an der konstant wiederkehrenden Schreibung „Bismark" (mit einfachem „k") Anstoss genommen habe (T. R. vom 4., 7., 8. XII). Na, na----! Ein Versuch der antisemitischen Stadtverordneten Leipzigs, den Senat der dortigen Handelshochschule zu verpflichten, „so lange keine Ausländer mehr aufzunehmen, bis deren Zahl auf 25 v. H. der Gesamtzahl der Studierenden zurückgegangen sei", ist kläglich gescheitert (vergl. M. A. v. 11. Dez.). Auch die konservativ-antisemitische Clique in der zweiten Kammer der sächsischen Landtages musste mit ihren Angriffen gegen das Ausländertum auf der Handelshochschule eine kräftige Abfuhr erleiden. Und zwar erfolgte charakteristischer Weise in beiden Körperschaften ein Hinweis auf die intimen Handelsbeziehungen, die zwischen Deutschland und Russland beständen und die durch eine Animosität und besonders durch ein

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