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Der jüdische Student · 1908-01-01 · Heft 10 (Januar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 10 (Januar 1908)
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. 247 Die Freie Verwaltungspartei, wie sie im vorigen Jahre auftrat, existiert nicht mehr! Sie ist zerfallen, wie wir es im vorigen Jahre vorausgesagt haben. Diejenigen Korporationen, die ihre antisemitischen respektive asemitischen Bestrebungen im vorigen Jahre einer „freisinnigen" Regung geopfert haben, sind reuig zum „nationalen Standpunkt'4 zurückgekehrt und haben die Trümmer der Partei — die F. W. V. und ihre Freunde — sich selbst überlassen. Diese Entwicklung ist die beste Rechtfertigung unseres Standpunktes! Die Vertuschungspolitik hat Bankerott gemacht! Deshalb, jüdische Kommilitonen, fordern wir Euch auf, für die Vereinigung jüdischer Korporationen zu stimmen. Für die A. H. A. H d. Verbindung im K. Z. V. „Hasmonaea", Rechtsanwalt Dr. Hantke. Für die A. H. A. H. der Verbindung im K. C. „Sprevia" Dr. Neuberg. Für die A. H. A. H. des V. J. St.-Berlin, Dr. Rosenkranz. Für die A. H. A. HL der Fr. Vereinigung „Dahlemia" Apotheker Fink. Für die A. H. A. H. des V. J. St.-Maccabaea, Rechtsanwalt Dr. Friedländer. Die Wahlen sind nun für uns ausserordentlich günstig ausgefallen. Wir sind die zweitstärkste Partei mit 231 Stimmen gegen 152 (F. D. P.), 214 (F. V. P.), 189 (Kathol. Partei) und 633 (N. P.). Die allgemein schwächere Wahlbeteiligung ist darauf zurückzuführen, dass die A. L. H. in diesem Jahre 600 Mitglieder weniger hatte. Die Direktorialämter sind folgendermassen verteilt: Den ersten Vorsitz erhielt die nationale Partei, den zweiten die Vereinigung jüdischer Korporationen; das Amt des ersten Schriftwarts übernimmt die Freie Verwaltungspartei, das des zweiten Schriftwarts die Freie Deutsche Partei; den ersten Kassenwart stellt die nationale Partei, das Amt des zweiten Kassenwarts erhielten die katholischen Verbindungen. Ich hoffe, den Bundesbrüdern bald eine ausführlichere Geschichte der A. L. H.-Wahlen und eine Entstehungsgeschichte der V. J. K. bieten zu können. — Wie ich privatim erfahre, kat sich in Q i e s s e n die jüdische Studentenschaft zu einem „harmlosen Stammtisch" zusammengeschlossen. Das bedeutet insofern einen Fortschritt, als unter den Mitgliedern, die anderwärts den verschiedensten jüdischen Studentenvereinen angehörten, bisher keinerlei Verbindung bestand. Die Austritte aus dem V. D. H. mehren sich bedenklich. Nach den A. B. (1. Dez.) ist der Studentenausschuss Marburg, der ja überhaupt in diesem Jahre mit dem Verband ein allerliebstes chasse croise getanzt hat, endgültig ausgeschieden, und es soll auch die Möglichkeit einer Ortsgruppe des V. D. H. in Marburg nicht mehr bestehen. Die

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