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Der jüdische Student · 1907-12-01 · Heft 9 (Dezember 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 9 (Dezember 1907)
Date
1907-12-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der jüdische Student. 233 sich aus einheimischen Bbr. Bbr. grossenteils recrutieren, von einer Majorität, die zionistisch zu arbeiten gedenkt, keine Rede ist. Das Schlimmste ist, dass die Frage nach einer Majorität in diesem oder jenem Sinn oft nicht gestellt wird; sonst würde es doch einen lebhaften Meinungsstreit geben, der uns die Existenz einer intelleetuellen Majorität beweisen würde (denn, dass die andere Partei, die weder aus K. C.-reifen, noch antizionistischen, noch assimilatorischen Elementen btstehen darf, geistig tüchtiger sein könnte, glauben wir doch nicht!). Dabei wird Unterricht erteilt: hebräische Kurse, Vorträge zionistischer Tendenz, Geschichtsstudium, Studentisches — Burschenexamina überzeugen von der Vertrautheit mit dem Verlangten. Sollen wir also zionistisch werden? Nein, ich halte das Prinzip des B. J. C. für besser, obwohl ich durchaus die Vorteile des K. Z. V. nicht verkenne. Es nimmt nur Zionisten, resp. Nationaljuden, auf — wenigstens bewegt es seine Keilfüxe, sich bei ihrem Eintritt so zu nennen, und verpflichtet sie auf unbedingte Satisfaction. Es verlangt also sofort die Anerkennung seiner bestimmten Grundsätze, an denen niemand rütteln darf: der Fux weiss, ich habe Zionist zu sein, ich habe zionistische Literatur zu treiben, den Zionismus überall zu verteidigen — es tritt also eine Uniformierung aller Eintretenden sein, d. h. die Agitation liegt ausserhalb der Corporation — in ihr soll nur zionistische Arbeit an den Mitgliedern durch Erziehung vor sich gehen, ihre Stellung zur Organisation, ihre späteren Aufgaben als Alte Herren in der Bewegung wird ihnen klar gemacht. Sie haben also eine Fahne, sie wissen, was sie zu tun haben — die, und das ist eine Hauptsache, die aufeinander folgenden Generationen. -Weit davon entfernt, zu glauben, dass durch dieses System nur gute Zionisten erreicht werden, ist mir doch eine Kette nützlicher Momente in ihm klar. Durch die strenge korporative Erziehung wird eine Anzahl Leute herangezogen, denen gesellschaftliches Auftreten einerseits und persönliche Harmonie in der sie bewegenden Lebensfrage eigen ist. Auf Grund ihrer speziellen Stellung zu der Frage des Zionismus, auf Grund des Verständnisses für ihn tritt eine Graduierung unter ihnen ein, eine — es ist nicht zu viel gesagt — zionistische Gesellschaftsordnung. Das ist der wichtigste Vorteil des K. Z. V.-Prinzips vor dem unseren, mit dem wir ebenfalls zionistisch arbeiten wollen. Bessere Zionisten können wir im B. J. C. durch einen Entwicklungsgang im B. J. C. bekommen — das ist ja unsere Lebensberechtigung. "Wir fühlen uns stark genug, Korporationsstudentem zionistische Agitatoren und gute, reife Zionisten erziehen zu wollen. Wie sorgen wir denn dafür, dass uns nicht alles durch die Finger geht, dass wir nichts in den Organismus hineinbekommen, das ihn lähmt? Wirr müssen eine Proportion finden zwischen zionistischer Agitation und zionistischer Arbeit einerseits und ihrem Arbeitsfeld

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