Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1907)
- Date
- 1907-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Der jüdische Student. — im Rahmen der Korporation!! D. h.: wir müssen sagen: hier darf auch noch zionistisch agitiert werden — hier darf es Aktion und Reaktion geben — und hier muss ausschliesslich zionistisch gearbeitet werden. Nichts kann uns im eben bezeichneten Rahmen die Abschaffung des bisher öffentlich rechtlich gesicherten Unfriedens gewährleisten als die Bestimmung: in den Burschenconvent dürfen nur Zionisten aufgenommen werden. Organisatorische Mängel können durch Federstrich abgestellt werden, unser Mangel an der intellectuellen Majorität nur durch die Entwicklung. Dass der Entwicklung ein Weg gewiesen werde — ist das Wesen der Reform! Darum kann es kein Argument gegen mich sein, wenn mir jemand sagte: die Hauptsache, die Hauptsache, die geistig Superioren, hast Du doch nicht. Ja, seht ihr denn nicht, dass, sobald Ihr die Dinge vom neuen Standpunkt anseht, es sich vorläufig nur um eine nicht vollwertige zionistische Gemeinschaft handelt, die besser werden muss! Denn ich verspreche mir folgendes von der Verwirklichung meiner Vorschläge; unter kleineren und grösseren Explosionen treten hier und dort Leute aus, Alte Herrn, Inactive, auch in die Oeffentlichkeit dringt ein Gerücht vom nun bestimmten Ours — auch Füxe lesen dies — das sind die fallenden Späne. — Und wir sind doch arg ungehobelt. Das bei uns so elend gewordene Leibverhältnis, die Familie im Korpoiations-Staat, wird wieder zu Ehren kommen: der Leibbursch wird jetzt das Zwingende eines intensiven Verkehrs mit seinen Leibfüxen finden; denn dadurch, dass er mit seinen Conburschen einen festen und gesonderten Wirkungskreis hat, fühlt er einerseits zwischen sich und den Füxen — der Sinn vom Fuxen und vom Burschen ist erst so vernünftig begründet —, andererseits wird er aus egoistischen Gründen dem Fuxe seine Arbeit widmen, damit jener nicht abgegeben werden muss. So wird nicht nur eine exaete und, ich hoffe, liebevolle Arbeit am Nachwuchs stattfinden, sondern durch den damit verbundenen persönlichen Verkehr erreichen wir eine Kontinuität von Einzelbestrebungen; ich meine: es gibt immerhin Leute bei uns, die innerhalb der zionistischen Bewegung und auch der korporativen Entwickelung bestimmte Ansichten haben, und diese werden nun in ihren Leibfamilien weiterentwickelt und fortgepflanzt. Ich glaube, dass ich mit meinen Leibfüxen solche erreicht habe, und warum sollten es nicht viele von uns können? Dann wird sich derB. J. C. als Kampfplatz positiver und ringender Gedanken entwickeln und nicht ein Diskutierklub sein, wo der Urleibväter schlechte Gedanken noch viel schlechter aufgebrüht werden! Es wird nicht mit einem Schlag der Unsinn vergangener Jahre gut gemacht werden. Wir müssen auch nach diesem Rezept damit rechnen, dass in einigen K. V. K. V. auch Zionisten noch als Mitläufer in der Korporation mitspielen. Es wird im Wege der einfachen Ueberzeugung der betreffenden Vereine liegen, sie gehen