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Der jüdische Student · 1907-12-01 · Heft 9 (Dezember 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 9 (Dezember 1907)
Date
1907-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. 225 weitere Debatte über die Judenfrage, die s. Z. in Nürnberg nur vertagt worden war, steigen. Ob es zu ihr gekommen ist, verlautet bisher nicht: dagegen fand zwischen den 30 Vertretern der verschiedensten Hochschulen eine lebhafte Aussprache über den Hauptpunkt der Tagesordnung, die konfessionelle Frage, statt Es wurde, natürlich vorbehaltlich der Zustimmung des ordentlichen Verbandstages, der im nächsten Jahre in Goslar stattfindet, folgende Resolution angenommen: ^Studentenausschüsse mit konfessionellen Verl in dun gen können nur dann in den Verband deutscher Hochschulen aufgenommen werden, wenn die ihnen angehörenden konfessionellen Korporationen öffentlich erklären, dass sie auf nationalem Boden und ultramontanen Bestrebungen fern stehen; sie können, jedoch nicht aufgenommen werden, falls sie katholischen konfessionellen Verbänden und anderen der ultramontanen Partei nahestehenden Organisationen angehören." (T. R. und B. T. v. 17. XI.) Somit hat Charlottenburg anf dem Eisenacher a. o. V. T. mit seiner Drohung, .»aus dem Verbände auszutreten, falls dieser auf das grundlegende Prinzip, den Ausschluss der konfessionellen Korporationen, nicht zurückkommt* (Frankf. Ztg. v. 31. Oktober), erreicht, was es wollte. Wenn man sich nun erinnert, mit welcher Entrüstung im letzten Sommer der ÄVerrat* der »Tübinger Erklärung", in der die Tübinger katholischen Verbindungen recht deutlich vom Ulfcramontanismus abrückten, von der gesamten Centrumspresse niedergeschrieen wurde, und wenn man ferner an den letzten „Katholikentag* denkt, auf dem ein katholischer Chargierter beim Kommers proklamierte, die katholischen Studenten seien ultramontan bis auf die Knochen, oder an den Feldzug wieder die „akademische Lehrfreiheit unserer Universitäten* anlässlich des Bregenzer Kartellfestes im vergangenen September (vgl. T. R. v. 15. X.) —, so kann man sich vorstellen, wie die neuste Resolution des V. D. H. den konfessionellen Hader auf beiden Seiten nicht gerade beilegen wird. Selbst dem K. V. wird sie zu stark sein, der erst jüngst in den A, B. (nach den »Hochschul-Nachrichten", Heft 205, S. 17) der »unfruchtbaren und unklugen Kulturkämpferei" des Verbandes gegenüber erklärt hat: »Das innerlich unberechtigte, gegen die academische Vereinsfreiheit verstossende und national gefährliche Prinzip der scharfen und systematischen Bekämpfung des konfessionellen Verbindungswesens kann zwar, temperamentvoll verfochten und zum Gegenstand zwischen Behörden und Studenten gemacht, einmal grosse Massen zu plötzlicher Begeisterung fortreissen; aber es ist, zumal bei der verständigen und Überlegsamen Art des Deutschen, unfähig, einen grossen Verband, der die verschiedensten und widerstreitendsten Gruppen, Bestrebungen und Anschauungen in sich vereinigt, auf die Dauer zusammen zu halten." Uebrigens ist der Studentenverband zu Greifswald nunmehr auch aus dem V. D. H. ausgetreten (A. B. No. 16), sodass die Einigkeit der deutschen Studentenschaft in dem Verbände tat-

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