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Der jüdische Student · 1907-12-01 · Heft 9 (Dezember 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 9 (Dezember 1907)
Date
1907-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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224 Der jüdische Student. im Feuilleton (2. XII.) eine darauf bezügliche »Epistel eines Alten Herrn an seinen Schwestersohn" über die »Burschenehre* mit dem Sprüchlein Jean Pauls am Ende: »Nach der Kraft gibt es nichts so Hohes als ihre Beherrschung"; und im »Ulk* v. 6. XII. ein Gedichtlein über den Hallenser Staatsanwalt, das mit dem Refrain schliesst: »Es war einmal ein Staatsanwalt, ein ganz famoser Staatsanwalt. . . . * — Der Forderung einer intensiven Beschäftigung des Studenten mit Politik, die wohl die wertvollste Anregung auf der freistud. Konferenz gewesen ist, redet auch ein sehr vernünftiger Aufsatz in der A. T. Z. (Heft 14) das Wort. Was dort geboten erscheint, ist ja auch die feste Grundlage unserer Erziehung: Beschäftigung mit Politik durch Unterhaltung und Debatte, durch Lektüre politischer Zeitungen in erster Linie und politisch-wissenschaftlicher Wochen-und Monatsschriften: »politisches Interesse ist für den, der zu den Bestgebildeten sich rechnen will, gleichbedeutend mit politisch reifem Urteil. Um seine Bildung, nicht nur die Fachbildung, sondern die allgemeine Bildung in selbstständiger Arbeit zu vertiefen, bezieht er die Hochschule. Auch politische Bildung muss er zu gewinnen suchen. Das aber erfordert ernste, liebevolle Arbeit*, und zum Schluss: „Nicht in den politischen Kampf eingreifen soll der Student, dabei wird's hoffentlich noch einige Zeit bleiben können in Deutschland; aber über die Politik nachdenken, sich für sie interessieren, sich politisch bilden so gründlich als möglich, dies soll der Student; das heisst nationale Gesinnung pflegen*. Weil ich hier gerade Fragen der Vereinserziehung gestreift habe, möchte ich nicht versäumen, auf einige Anregungen: „zur Methode unseres theoretischen Fuxenunterrichtes" hinzuweisen, die die A. B. (No. 16) enthalten. . Manchem ungeübten Fuxmajor dürften sie überaus willkommen sein; und jeder Bdr. wird mit Interesse von der strammen Art der Fuxenerziehung im K. V. hören. Der Verf. empfiehlt für die Fuxenstunden vor der üblichen Kollegform ein KoUoquiumverfahren, wie das ja im B. J. C. durch Tradition eigentlich schon immer üblich war; er hält nicht viel von den Burschenprüfungen, die von der Reife der Füxe immer nur ein sehr unvollkommenes Bild gäben (worin er nicht ganz Unrecht hat!). „Die Hauptsache in unserer theoretischen Ausbildüng ist nicht der Besitz einer bestimmten Summe positiver Kenntnisse, sondern das Interesse an der Sache; darüber aber kann uns die Prüfung nichts sagen, — das kann nur der beurteilen, der mit dem Fuxen über diese Dinge sich unterhält wie insbesondere der F.-M. Man unterwerfe ihn darum nicht jenem schablonenhaften Zwang!* Er empfiehlt auch dringend »Ignoranten und Schlafmützen* gegenüber das Radikalmedikament der Abgabe ungeeigneter Elemente, das bei uns meiner Ansicht nach leider viel zu selten verordnet und ^verabreicht*wird. Auf dem a. o. Verbandstage des V. D. H. am 15. November in Eisenach sollte, wie ich bereits im vorletzten Heft mitteilte, die

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