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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der jüdische Student. 183 erkennen kann. Vor der Methodik zu einer derartigen Verbindung will ich schweigend Nichts izt leichter zu finden, als Mittel und Wege, wenn man erst mal den Willen gefunden hat. Auch über die andern Differenzen will ich hier schweigen, denn Bänder tragen ist keine Seligkeit, und trotz der unbedingten Satisfaktion der K. Z. V.-er wird sogar relativ im B. J. C. bei weitem öfter gefochten. — Aber warum kann man eine Vereinigung von unserer Seite aus nicht wollen? 1. Eine Konkurrenz — das ist keine Phrase — hebt die Arbeitslust und Arbeitskraft. 2. Wir fürchten vielleicht, bei einer Vereinigung zuviel von uns und unserem Programm opfern zu müssen? Sollte dies überhaupt nötig sein, so ist die berechtigte Hoffnung vorhanden, dass schon kurz nach der Vereinigung durch die weit grössere Masse und Wucht der B. J. C.¬ Elemente in dem neuen Körper uns jetzigen fremd und unnütz Erscheinendes leicht wieder compensiert wird. Wir werden aber auch sehr viel Gutes davon haben. Was in der letzten Zeit durch die Maccabaea-Gründung und die vielen ernsten Mahnworte im J. St. an Reform- und San'erungsbestrebungen bei uns auftauchte, wird dabei aus kraftlosen Worten und vereinzelten guten Absichten mit einem Schlage zur aligemeinen, lebendigen Tat werden. Um nun zu Punkt 1 zurückzukehren, frage ich, ob uns diese Konkurrenz nicht mehr retardierend als stimulierend ist? Viele lachen oder schimpfen über das Wort Konkurrenz. Ich möchte Euch Berliner, die Ihr nur das Verhältnis zwischen dem Berliner K. Z. V. und B. J. C. kennt, dringend vor übereilten Analogieen warnen. Ihr, besonders das Präsidium, verlangt von den andern K. V. K. V. eine gleiche Stellungnahme zum K. Z. V. wie in Berlin. Es ist ganz unmöglich, so etwas auch nur zu versuchen. Das Konkurrenzgefühl ist wo anders, als in Berlin, gar nicht zu unterdrücken. Um sich und das Ansehen des Vereins in den Augen der Bürgerschaft und Studentenschaft zu erhalten, ist man auf beiden Seiten gezwungen, die andere Verbindung als Rivalen zu behandeln. Zur Rivalität gehört wiederum untrennbar eine Menge von Schachzügen, die von Diplomatie, Eist, Hinterlist und — nennen wir das Kind bei seinem Kamen — bewusster und unbewusster Unehrlichkeit diktiert sind. Man ist gezwungen, sich gegenseitig zu verachten, man kompromittiert sich und damit leider auch die ganze Idee. Uns war immer die Idee viel mehr wert, als alberne Couleursorgen, aber durch die Konkurrenzbestrebungen werden schale Aeusserlichkeiten, nicht mit diseiplinierter Strammheit und Schliff zu verwechseln, in den Vordergrund gedrängt. Aber die Konkurrenz ist auch an principiell verhängnisvollen Folgen schuld. Unsere grösstenteils anfangs anti- oder wenigstens nicht zionistischen l7üxe sind allzu leicht geneigt, trotz allen sachlichen Eingehens auf die Judenfrage ihre Abneigung gegen die Mitglieder der Konkurrenzverbindung in gewisser Weise auf die von-ihr vertretene Idee zu übertragen. Das klingt bitter, ist aber wrahr. Nunmehr komme ich zu dem Punkt, der die bisherige Politik

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