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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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182 Der jüdische Student. K. Z. V. — B. J. C. Es wird auf dem bevorstehenden K. T. eingehend über unsere Stellung zum K. Z. V. gesprochen werden müssen. So wie bis jetzt kann es nicht weiter gehen; auch wenn tausendmal einer von beiden Verbänden dem andern die Vermeidung von Streitversuchen zusichern wird. Ursachen lassen sich vermeiden, Gründe nicht. Dass wir eine im Wesentlichen ganz nah verwandte Tendenz haben, ist klar und wird von beiden Seiten mit Recht bei jeder offiziellen Gelegenheit betont. Damit aber aliquid intersit, werden nebensächliche Momente zu wichtigen Unterschiedsfaktoren erhoben, schale Aeusserlichkeiten als Differenzen erkünstelt. Und bei alle dem der gleiche Weg, wenn auch mit ganz ungleichem Erfolg. Beide Verbände tun Tage für Tag — ich sage es allen Misstandsseufzlern und Pessimisten ins Gesicht — wichtiges für die Belebung und Erweckung eines bewussten Judentumes. Dieses führt bei einer absolut und relativ viel grösseren Mehrheit als im K. Z. V. beim B. J. C. zum Zionismus. Wir B. J. C.-er glauben, dass wir uns auf dem gemeinsamen Boden aller möglichen* Richtungen im Judentum am allerwirksamsten einen gedeihlichen und entscheidenden Einfluss auf die Kreise erwerben können, die unser bedürfen. Das K. Z. V. tut de facto dasselbe, nur ein klein wenig directer; aber auch nie ganzbrüsk. Es bedient sich auch einer klugen Taktik beim Werben; so etwas ist im Dienst der guten Sache nie eine Entwürdigung der Idee; das mögen sich die merken, die im Feuereifer allzuschroff vorgehen und ganz schematisch den zu Ueberzeugenden erst vor den Kopf stossen und stutzig machen wollen. Die Bearbeitung des Einzelnen erfordert sowieso immer sorgfältiges Eingehen auf seine Individualität. Beim K. Z. V. wie beim B. J. C. Aber der Name ist anders, auch nur der Name, und was direct mit seiner Nennung zusammen hängt, ist trennend. Ihr merkt schon, ich will auf die schon seit längerer Zeit von leitenden B. J. C.-er Kreisen viel erwogene und besprochene eventuelle Vereinigung von K. Z. V. und B. J. C. hinaus. Leitende B. j. C.-er nenne ich diejenigen älteren und erfahreneren Bbr. Bbr., denen es vergönnt ist, mitten im jüdisch-akademischen Zentrum Berlin die Ereignisse und ihre Gründe an der Wiege zu studieren. Es steht von solchen Plänen zum ersten Mal etwas im J. St., denn es war bisher besser, solche Gedanken nicht allen an den Kopf zu werfen, im Interesse der nötigen Discretion, die so ein »internes* Blatt und der Mund so vieler nur mangelhaft wahren können. Aber jetzt halte ich es für an der Zeit, mal ein offenes Wort an alle zu richten, damit man vor dem K. T. über diesen überaus wichtigen Punkt, der als ideale Kategorie so viele andere in sich fassen wird, überall im B. J. C. genau informiert ist, damit die ganz Schroffen unter uns etwas von Versöhnung in sich aufnehmen — und damit unter der Schwelle bewusster Absicht durch die poröse Hülle des B. J. C.-Körpers auch einige Spuren~ ifäch aussen dringen, an denen man noch vor den diplomatischen Verhandlungen unser Streben

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