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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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178 Der jüdische Student, bestimmungen genügen, sondern auch an russischen Hochschulen tatsächlich würden aufgenommen werden. Eine besondere Resolution wurde übrigens aus Gründen der Zweckmässigkeit nicht gefasst, da in den einzelnen Bundesstaaten die Aufnahmebestimmungen für Ausländer sehr verschieden seien und die einzelnen Ausschüsse sich daher besser jeweils an ihre Hochschulbehörden wendeten. In wischen haben die Forderungen von Punkt 1 und des Charlottenburger Antrages in Hessen bereits ihre Erfüllung gefunden. Die „Tägliche Rundschau" berichtet am 19. Oktober über „Die ^russischen Gäste5 an der Darmstädter Hochschule": Die „russischen Gäste" an der Darmstädter Hochschule. Ueber die Aufnahme von russischen Staatsangehörigen an der Technischen Hochschule Darmstadt hat das grossherzogliche Ministerium des Innern neuerdings erschwerende Besti rimungen erlassen. Nach diesem neuen Erlass können vom Wintersemester 19U7-08 ab nur solche Russen als ordentliche Studierende aufgenommen und zu den Diplomprüfungeu zugelassen werden, die das Maturitätszeugnis eines russischen Gymnasiums besitzen und ausserdem den Nachweis erbringen, dass sie bereits an einer russischen Technischen Hochschule immatrikuliert waren. Diese Zusatzbestimmung wird von den meisten deutschen Technischen Hochschulen leider noch nicht gefordert. Ausserdem sollen die Realschulabsolventen, die in Russland zum Hochschulstudium berechtigt sind, von jetzt ab nur als ausserordentliche Studierende zugelassen werden. Für die Studierenden des Maschinenbaus und der Elektrotechnik wird ausserdem noch eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit gefordert. Die Zulassung zur Diplomprüfung ist den Realschulabsolventen versagt; sie sind lediglich auf die Ablegung einer Fachprüfung angewiesen, durch die aber kein akademischer Grad erworben werden kann. Die Folge der neuen Massnahme wird sein, so klagt die wFrkf. Zeitung'1, dass keine Russen mehr nach Darmstadt kommen. Das ist nicht ganz richtig. Sondern es werden nur noch diejenigen Russen kommen, welche den deutschen Studenten an Vorbildung gleichstehen und daher auch für ihr gesellschaftliches Verhalten bessere Garantieen mitbringen. Das ist ja auch der Zweck der Uebung! Zur Bewilligung der Forderungen von Punkt 2 und 4 hat sich die Handelshochschule zu Leipzig verstanden. Aus ihrem neunten Jahresbericht entnimmt die A. T. Z. (Heft 10) den „allgemeinen Nachrichten" folgenden Bericht: In dem verflossenen neunten Studienjahre unserer Handelshochschule wurde die Ausländerfrage einer besonderen Aufmerksamkeit unterzogen. Durch die unruhigen politischen Zustände in Russland beeinflusst, wandten sich viele der dortigen Studierenden gerade nach Leipzig, das von altersher

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