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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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l?ß Der jüdische Student. Gesinnung derVerbandsgründerschliesseh müsste, jetzt wirklich zum Vorschein .kommen? — Ein Wunder wäre es nicht, die Herren haben mit ihrer wahren Gesinnung lange genug hinterm Berge gehalten. Vielleicht erhoffen sie grösseren Zulauf, wenn sie die schmutzige Fahne des Antisemitismus zum Panier wählen. Der ^Friede von Nürnberg* war mindestens auffällig. Vielleicht iässt man jetzt den ganzen Kampf gegen die katholischen Verbindungen, der als vollkommen gescheitert gelten muss, und "versucht es mit einem Feldzug gegen die Jüdischen Kommilitonen. Wer kann wissen, was die „Führer* des Verbandes bewegt! Die ausserordentliche Tagung mit ihrer Aussprache über die Judenfrage wird ja Aufklärung bringen müssen. — Inzwischen ist noch zu registrieren, dass in diesem jähre auch die Universitäten Dresden, Bonn und Marburg dem Verbände Valet gesagt haben. Auch Halle ist für ihn verloren, da seine dortige Ortsgruppe der Auflösung verfiel. Dieser Bericht des Generalanzeigers bedarf jedoch, wie es scheint, der Berichtigung. Mit dem »Frieden von Nürnberg" ist. wohl die Vertagung gemeint, die die Erörterung der Judenrrage auf dem am 21. u. 22. Juni in Nürnberg abgehaltenen Verbandstage des V. D. H. (Verband deutscher Hochschulen) „wegen vorgerückter Zeit" erfuhr. Die Judenfrage ist, wie „die Deutsche Hochschule", das Organ des V. D. H., in ihrem Juliheft berichtet, zu eingehender Besprechung damals auf den nächsten V. T. verschoben worden, der 1908 in Goslar abgehalten werden wird. Allerdings wird sie nun doch noch vorher behandelt werden, da im Juli auf einen Protest Charlottenburgs hin ein a. o. Yerbandstag nach Eisenach einberufen ist. Inzwischen ist mit dem auf dem Nürnberger Yerbandstag neuaufgenommen, im Juli aber bereits wieder ausgetretenen Marburger Ausschuss verhandelt worden, ebenso wird in Bonn eine Ortsgruppe gegründet werden, und nur Dresden kann als verloren gelten. Nach der „Uebersicht über die auf dem Y. T. gefassten Beschlüsse" sind in Nürnberg aber auch der Studentenverband a. d. techn. Hochschule Karlsruhe und der Ausschuss vereinigter Tübinger Korporationen neu aufgenommen worden, so dass die Chancen nicht so schlecht stehen. — Die Stellung zur Judenfrage charakterisirt besser als alle Verhandlungen folgende Stelle aus einem Aufsatz im Augustheft der „Deutschen Hochschule", der „das Deutsche Vereinswesen im Russischen Reiche44 behandelt: Die Getreuesten im Volke haben sich seit Anfang 190G fest zusammengeschlossen zum „Verbände echt russischer Leute", aus Anhängern der alten Autokratie und Orthodoxie. Sie heissen auch „Verband der schwarzen (Sotnie, d. h.) Hundert" oder kurz „Schwarze Bande." Ihr Haupt ist Moskau, das „Herz Russlands". Deutschfeindlich sind sie insofern, als - sie nur das reine Russentum gelten lassen und besonders die

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