Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 7 (November 1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 175 möglichst engen Anschluss der A. T. V.-e an den K. V. erstrebt. Was Hermann v. Petersdorff 1884 auf einem Antrittskommers des V. D. St konstatirt hat: „beim A. T. V. ist die Erkenntnis wieder durchgebrochen, dass A. T. V. und V. D. St. zusammen zu gehen haben . . ist W., der freilich, besonders in nationalen Fragen, manches vom Standpunkt eines Deutsch-Oesterreichers darstellt (er ist vom A. T. V. Graz), schlechthin Motto. Dass es im Anfang der 80er Jahre infolge der Lesehallewahlen in Berlin zwischen dem V. D. St. und dem A. T. V. zu Streitigkeiten und zum Bruche kam, ist längst in der Erkenntnis vergessen, dass die grossen Gefahren, die dem Deutschen Vaterlande drohen durch . „ . „das undeutsche Gebahren einer vom jüdischen Kapital abhängigen Presse" und durch »das Ueberwuchern von Elementen, die der Deutschen Jugend die Freude am Vaterlande verkümmerten*, gemeinsam zu bekämpfen seien. »Der Kampf des V. D. St. in Wort und Schrift gegen den Internationalismus . . . des Judentums ist einer der wichtigsten Punkte, der den A. T. V. den Bestrebungen des V. D. St. ungemein näher gebracht hat. Stehen doch heute die A. T. B.-Korporationen, ein Muster für andere Studentenwie Philistervereinigungen, judenrein da.(< Auch in Bezug auf ihre äussere Gestaltung hätten die beiden Verbände viele ähnliche Züge und gemeinsame Grundsätze aufzuweisen, was die nun schon mehr als 25 Jahre alte Freundschaft nur stärken könne; und dies sei im Interesse des „gleichen hohen und hehren Zieles<<: und der >grossen Ideen" warm zu begrüssen. Wenn also auf der einen Seite der Antisemitismus an den Hochschulen durch die Annäherung des A. T. B. an den V. D. St. gewinnen kann, so hat er doch wohl auch andererseits augenblicklich einige Verluste einzustecken. Wir entnehmen dem y>Generalanzeiger für die gesamten Interessen des Judentums* (No. 39 vom 29. IX.) Folgendes: Mit dem krypto-antisemitischen »Verband deutscher Hochschulen* geht es stark bergab. Der Verband kommt aus den Krisen nicht heraus. Von den 16 Universitäten, die bei seiner Gründung Pate standen, sind ihm nur noch acht treu geblieben. Der Verband wird zu einer ausserordentlichen Tagung am 15. November zusammentreten. Diesmal hat man sich Eisenach ausgesucht. Auf der ausserordentlichen Tagung wird man zunächst die »konfessionelle€ Frage, die den Anlass zu einer Berufung gegeben hat, behandeln, und da man nun gerade, mal zusammengekommen ist, wird man auch über die Judenfrage sprechen. Damit, dass der Verband auf einmal, ohne ersichtliche äussere Veranlassung die Judenfrage zur Diskussion stellt — noch dazu auf einer Sondertagung, die zu einem ganz speziellen Zweck einberufen ist, — tritt die ganze Entwicklung des Verbandes in ein ganz neues Stadium. Sollte der antisemitische Pferdefuss, auf den man nach der notorischen