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Der jüdische Student · 1907-10-01 · Heft 6 (Oktober 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 6 (Oktober 1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der jüdische Student. 161 Das Rudern. Ein Beitrag zur Frage der körperlichen Uebungen von Joseph Loewy (Charlottenburg). Wir V. J. Ster haben in unserem Tendenzprogramm einen stolzen Passus, in dem wir uns verpflichten, zur körperlichen Regeneration des jüdischen Volkes beizutragen. Es gibt sicher keinen V. J. Ster, der die Wichtigkeit dieser Angelegenheit nicht anerkennt, aber sicher auch keinen, der nicht zugeben muss, dass wir bis jetzt von Vereinswegen lächerlich wenig dafür, getan haben. Die einzigen Sports, die von den V. J. Sten officiell gefördert werden, sind das Turnen und das Fechten. Das erstere hat den Vorzug einer ziemlich gleichmässigen Ausbildung der Muskulatur, das letztere den, dass es uns gleichzeitig als Waffe in studentischen Händeln dient. Zur Ausübung beider Sports geben die Berliner V. J. Sten Gelegenheit, und ich selbst habe als jüngeres Semester diese Gelegenheit reichlich ausgenutzt. Ich habe nun dabei bemerken können, wie wenige V. J. Ster mit Lust und Liebe an diesen Sports hängen. Die meisten pflegen sie nur aus theoretischen Erwägungen heraus und fassen ihre Ausübung lediglich als lästige Pflicht der Activität auf. Sie sind froh, wenn sie mit ihrer Inactivirung von dieser Verpflichtung befreit sind. In diesen Zeilen will ich keineswegs ein Jammerlied über diesen Zustand anstimmen oder gar vorschlagen, auch den Inactiven das Turnen und das Fechten officiell zu machen. Es liegt mir nur daran festzustellen, dass nach der Lage der Dinge beide Sports als Mittel zur körperlichen Hebung der V. J. Ster unzureichend sind. Denn nur, wo Liebe zur Sache vorhanden ist, kann man einen Erfolg erwarten. So will ich Euch also auf einen Sport hinweisen, der heute schon von allen andern Corporationen ausgeübt wird, denen die körperliche Ausbildung ihrer Mitglieder am Merzen liegt. Ich meine den Rudersport, der sich heute nicht nur einer allerhöchsten Förderung, sondern auch einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreut. Ich weiss, dass dieser Sport auch unter V. J. Stern eine grosse Anzahl platonischer Verehrer zählt, denen nur die Gelegenheit fehlt, sich darin zu betätigen. Auch ich gehörte lange mit dazu. Denn, die academischen Ruderklubs haben korporativen Charact'er und die bürgerlichen Clubs sind entweder antisemitisch oder paritätisch, wobei die letzteren meist noch auf einer viel tieferen Stufe stehen als die academischen paritätischen Vereine. Es gibt nun einige wenige, die sich krampfhaft bemühen, die Anzahl ihrer jüdischen und nichtjüdischen Mitglieder auf gleicher Höhe zu erhalten, und diese wehren sich natürlich gegen einen grösseren Zuzug von nationaljüdischen Elementen. Da es nun ausserdem erwünscht ist, dass die V. J. Ster, soweit sie activ rudern, zusammen gehen, so ist das natürlichste die Gründung einer Ruderabteilung, worin uns die A. T. Ven und der V. D. St. bereits vorangegangen sind. Die Vorteile des Rudersports gegenüber den beiden andern Sports liegen auf der Hand. Er führt den Menschen nicht in den

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