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Der jüdische Student · 1907-10-01 · Heft 6 (Oktober 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 6 (Oktober 1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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t)er jüdische Student. gerade, materielle durchzusetzen. Die Erhaltung wird für möglich nur dann gehalten, wenn der gesamte status quo durchbrochen wird: also absolut radikal; durchbrochen, aber eben zum Zweck der Erhaltung des gefährdeten Körpers: also absolut konservativ; beider Strömungen gemeinsamer Quell: der Selbsterhaltungstrieb. l'nd was man als politische R chtung die Oppositionsparteien nennt, sind im Privatleben die sog. „Dawkinisten", (Verzeihuug für dies Wort;) zu denen ja zweifellos gerade die jüdischen Charaktere ein starkes Kontingent stellen. Es wäre töricht, über diese Nuance der jüdischen Psyche mit einem überlegenen Lächeln hinwegsehen zu wollen. Das- Prinzip des „Nu gerade*4 ist dasselbe, das den jüdischen Geist in die Arme des Radikalismus trieb: das bestimmte Gefühl, dass das, was ist und v ie es ist, nicht richtig ist, und die nicht persönlicher Eitelkeit entspringende, ich möchte fast sagen, göttliche und siegessichere Gewissheit, dass ich es besser machen könnte. Nur dass der „Dawkinisinus" in praxi lediglich in Fragen untergeordneter Natur zum Ausdruck kommt! Der Zionismus, dessen Fundierung auf der Basis von konservativen und radikalen Tendenzen eb.^n skizziert wurde, ist nur ein Beispiel; aber eins, das überzeugend zeigt, wie der konservative und die radikale Direktive sehr gut in einer Psyche mit einander vereinigt sein müssen zur gegenseitigen harmonisierenden Ergänzung. Les extiemes se touchent; und sie heben sich am Berührungspunkt nicht nur nicht auf, sondern lernen bei der Begegnung eins vom indem sehr viel und verwerten die Erfahrungen ihrer sich immer erneuernden Bekanntschalt auf ihrem Wege. Bruno Kirschner. Die Gefahr. Von Siegfried Rosenthal, (Mayen-) München. Es gibt im »B. J. C/ eine Gefahr. Sie besteht nicht darin, dass wir zu wenig korporativ sind. Auch nicht darin, dass wir auf dem Wege vom Verein zur Korporation sind. Auch nicht darin, dass wir noch keine Satisfaktion geben, auch nicht darin, dass wir mit Bewusstsein oder nicht auf dem Wege zur Satisfaktion sind. Aber darin besteht sie, dass man den »B. J. C/_ vor eine Entscheidung stellen will, ihn, der bisher das Programm hat, unprogrammatisch zu sein. Sich offiziell fernhalten von politischen und religiösen Strömungen im Judentum, hiess nie etwas anderes. Nur »bewusst-jüdisch* war die conditio sine qua non. Kein Programm, sondern nur eine Conditio, eine Definition. Die Verengeruug der Conditio führt in diesem Falle zum Programm. Der »B. J. C.<<: ist der »Sammelpunkt^ .... Er ist der Sammelpunkt der jüdischen Akademiker. Weitester Boden daher, um alle die jüdisch sind, zu sammeln. Leichteste Aufnahmemöglichkeit darum. Keine Rücksichten auf Kräfte und Geldbeutel. Um zu sammeln, alle die »jüdisch* sind. Denn ein Akademiker, der nicht »bewusst—jüdisch^

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