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Der jüdische Student · 1907-08-01 · Heft 5 (August 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 5 (August 1907)
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. 129 erklärt. Da dies der erste Ausschuss ist, dem ein V. J. St. angehört, dürfte eine genauere Wiedergabe seiner Geschichte hier interessieren. Hier bestand vor Jahren ein Gesamtausschuss, dem bis zum „Kampf um die akademische Freiheit" alle Verbindungen angehörten. Als sich bei der genannten Zeit der Ausschuss dem Hochschulverbande anschloss, von dem die Hetze gegen die katholischen Verbindungen ausging, erklärten diese natürlich ihren Austritt und ihnen folgten bald weitere nach, sodass der Verband schliesslich nur D. C., V. C., die christlichen (protestantischen) Korporationen, sowie einige freischlagende Verbindungen umfasste. Der V. J. St- Strassburg wurde zu dieser Zeit erst gegründet und wies die Annäherungsversuche des Verbandes energisch zurück, der bis zu diesem Semester weiterbestand. In einer von ihm einberufenen allgemeinen Studentenversammlung, die etwas Leben in ihn herein; bringen sollte, stellte sich seine Ohnmacht so eklatant heraus, dass der V. D. St, der A. T. V., A. G. V., M. N. V. sofort ihren Austritt erklärten. Die bezeichneten Korporationen wandten sich an die katholischen Verbindungen und den V. J. St, um mit diesen gemeinsam einen neuen Ausschuss anzubahnen. Die grundlegenden Beratungen verliefen sehr lebhaft, und man einigte sich schliesslich, folgende Leitsätze festzulegen: »Der Ausschuss der Strassburger Studentenschaft bildet eine Vereinigung zur Förderung allgemeiner studentischer Interessen und zur Wahrung der akademischen Freiheit. Der Ausschuss versteht unter akademischer Freiheit neben der Lehr- und Lernfreiheit jede, die nicht den akademischen Vorschriften zuwiderläuft, insbesondere das Recht der Koalition. Die Grundlage der Vereinigung bildet die Gleichstellung aller Korporationen und der Wildenschaft in Rechten und Pflichten. Die jährliche Besetzung der Aemter im Ausschuss geschieht nach alphabetischer Reihenfolge. Korporationen mit antinationalen Tendenzen sind ausgeschlossen/ Der letzte Passus sollte die nationalen Verbindungen dem Ausschuss zuführen und die Katholiken, die ihn angenommen hatten, vor späteren Anremplungen schützen. Die katholischen Verbindungen gaben jedoch zu Protokoll, dass die Annahme dieses Satzes keine Erklärung ihrerseits bedeute, dass sie nun ev. antinationale Tendenzen aufgeben würden, sie hätten solche vielmehr nie befolgt. Es wandten sich hierauf V. D. St., A. T. V., A. G. V., M. N. V., V. J. St., in Gemeinschaft mit 7 katholischen Verbindungen unter Vorlage der obigen Leitsätze an den Rektor mit dem Ersuchen, die Ausschussgründung in die Hand zu nehmen. Eine vom Rektor einberufene Versammlung der Vertreter sämtlicher Korporationen gab einstimmig ihre Zustimmung für Gründung unter Einschluss der Finkenschaft Da diese noch nicht organisiert war, ruhte die Angelegenheit so lange bis eine freie Studentenschaft sich gegründet

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