Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 5 (August 1907)
- Date
- 1907-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Der jüdische Student. ich: diejenigen, die weiter gekommen sind, sind meist Zionisten. Dafür aber existiert der K. Z. V.! Also auch hier nur Konkurrenz?! Nein! So ganz doch nicht! Sobald wir eingestehen, dass die Farblosigkeit und Dehnbarkeit unserer Tendenz nichts ist als eine bequeme Lockspeise für Keilfüchse, die — je nach Geschmack —4 beides in uns finden: K. Z. V. und K. C. also Konkurrenz nach beiden Seiten, Mädchen für alles, das wir also den Verein um seiner selbst willen pflegen^ aus Freude an eigenen Farben etc., schreiben wir selbst unser Todesurteil. Fs bleibt jedoch immer noch übrig für echte, reine B. I. C. Arbeit und -Erziehung und gibt dem B. I. C. Daseinsberechtigung: 1. derjenige Teil der B. I. C.-er, die durch uns Zionisten wurden, die aber als 1. Semester aus verschiedenen Gründen nicht in eine erklärt zionistische Verbindung gehen wollten. 2. Derjenige Teil der B. I. C.-er, die ich mir theoretisch denken kann, ohne völlige Klarheit über die Art ihrer jüdischen Arbeit zu haben, nämlich die Nichtzionisten, die mehr sind als Anti-antisemiten. Von dieser species A. H. scheint es mir eine sehr geringe Anzahl zu geben. Ich kenne keinen. Er hält sich zwar jeder nichtzionistischer A. H. dafür und protestiert energisch für seine Ernennung zum A. H. des K. C. Aber — — die Enquete möge sprechen. — Bliebe als Hauptsumme der dem B. I. C. Daseinsberechtigung verleihenden A. H. (denn nur die A. H., d. h. das was erreicht ward, was zu erreichen möglich war, kann Daseinsberechtigung geben, nicht eine stattliche Anzahl Füxe nnd Burschen, die jetzt bewusst-jüdisch schwärmen und von der »Berechtigung* des Antisemitismus faseln, und später zum Abwehrmann gehören, und nur das tun in jüdischer Beziehung): die zionistischen. Es ergäbe sich also als Ziel unserer Arbeit: Hinleitung von Leuten, die eine ausgesprochene zionistische Verbindung scheuen, die £>ei ihrem Eintritt antizionistisch sind, zum Zionismus. Denn ich fürchte (als objektiver Kritiker darf ich nicht * sagen: ich hoffe) die Enquete wird ergeben: das Einzige positiv Jüdische, was wir erreichen können bei unseren Leuten, ist der Zionismus. Eine „Zionisierung" unseres Vereines ist mit dieser Erkenntnis nicht verlangt. Gerade das Gegenteil? Aber eine völlige Umgestaltung, der Vereinsarbeit, d. h. eine energisch nach einem Ziel gerichtete Erziehung. Damit sind wir beim Ausgangspunkt: aus der Erkenntnis des Erreichten und Erreichbaren ergibt sich Kritik und Reform der Mittel nnd Methoden, vielleicht auch des alten Ziels überhaupt. Das Ziel des Politikers ist nicnt: was will ich erreichen? sondern: was kann ich erreichen. Sonst verpufft seine Kraft am Unmöglichen. Mangel an Klarheit war bisher Fehler unserer Tätigkeit! Weshalb sie unwürdig ist des Namens: B. I. C.-Politik. Der neugegründete Studentenaussclmss zu Strassburg. Am vorigen Samstag ward in einer Sitzung vor dem Rektor der Ausschuss der Gesamtstudentenschaft provisorisch für bestehend