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Der jüdische Student · 1907-08-01 · Heft 5 (August 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 5 (August 1907)
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student. 127 müssen die jüngsten, die forschsten und frühesten Arbeiter sein, in die Zukunft müssen sie streben, nicht von holder Burschenzeit schwärmen. Die war ja nur Schule!*) Daher weitere Fragen: Wie äussert sich ihre Beteiligung am jüdischen Leben? Nur durch die Mitgliedsghaft im B. I. C. mit unregelmässig und murrend zum A. H. B. bezahlten Beiträgen und noch unregelmässiger besuchten Vorträgen? Oder auch durch praktische Arbeit, Propaganda etc.? Oder nur durch Nichtheirat einer christlichen Frau, Nichttaufe von jüdisch gezeugten Kindern etc., also rein negativ? Ist vielleicht sein ganzes Judentum das des Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens? Das ist die wichtigste Frage! Ich fürchte nämlich, das Ergebnis wird nicht selten sein: eine bedenkliche Aehnlichkeit der A. H. A, H. des V. I. St. mit denen des K. C. Das wäre an sich nicht so schlimm! ^Gerettet'*, ist eine solche Seele> zum mindesten vom äussersten Verderben. Aber — tant de bruit pour une ornelette! Sich damit bescheiden, dass der B. 1. C. mit seiner Begeisterung für jüdisches Selbstbewusstsein, die sich nicht nur darauf beschränkt, den Nichtjuden seine Ebenburt zu beweisen, also — negativ — die Schranken zu beseitigen, die uns von drüben entgegengestellt werden, sondern in positiver Arbeit für sich selbst nur an sich denkt, (nicht an seine Wirkung auf die Nichtjuden), sich selbst persönlich und national heben will und auf sich gestellt sein will, nicht auf die Fremden — — — sich also damit bescheiden, das hiesse zugestehen: der B. I. C. ist der Verein für jugendliche Schwärmer, für unpraktische, lebensfremde Phantasten, der K. C. aber der Verein für praktische Männer. Der B. I. C. erzieht seine Angehörtgen zu A. H. des K. C, das hiesse also: Eingeständnis, dass wir überflüssig sind. Aber selbst wenn wir uns nicht bei solchem Ergebnis bescheiden, so fürchte ich doch: das Ergebnis wird teilweise so sein. Auch das wäre ein Fiasko! Viel kann man ja von einem deutschen Juden, der unter lauter Deutschen einen Beruf ausübt und auf seine Mitbürger angewiesen ist und persönliche und familiäre Nahrungssorgen hat, nicht verlangen. Aber was ist dies »nicht viel?<<c Etwas muss es sein, und zwar ist die Grenze nach unten noch höher als: blosser Abwehrmann. Sonst können wir die Bude schliessen! Wir wollen nicht um nichts Corporation spielen. Das tun andere genug. Für einen blossen K. C. Konkurrenten bin ich mir zu gut.**) Die Männer, bei denen wir nichts als Abwehrtendenz erzielt haben, wären auch "ohne uns dazu gekommen. Andererseits aber vermute *) (Damit ist nicht gesagt, dass der Aktive selbst sich stets als Schutbub fühlen muss! Nein! Er darf, er soll schwärmen und seiner Jugend froh sein.) **) (Ich sehe ganz ab von den Nurreligiösen; sie gehören in den B. I. A. Von Konkurrenz ist da nicht die Rede. Bei den Au chreligiösen aber interessiert den B. I. C. nur, was sie ausser diesem „auch" noch weiter sind als Juden: Abwehr-, Kational-, zionistische Juden?).

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