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Der jüdische Student · 1907-08-01 · Heft 5 (August 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 5 (August 1907)
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der jüdische Student. 125 auf No. 3. Mit ihr macht man Politik. Denn der gute Politiker fragt und antwortet immer aufs Neue. Seine Erfahrungen mit der bisherigen Politik sind deren Prüfstein, sind Fingerzeige für die künftige. Ohne Frage und Antwort No. 3 schwebt eine Politik in der Luft, d. h. ist keine Politik, da sie nicht auf realem Boden ist. Und wir? Ich gebe Tatsachen und lasse den frdl. Leser selbst antworten. Geistreiche Leute regieren, schreiben, sprechen im B. I. C. Fiel einem ein, was jeder Kaufmann tut und auch jeder Minister: einen Strich unter das bisherige zu ziehen und Bilanz zu machen, zu fragen: was haben wir erreicht? und darnach erst: was werden wir erreichen und wie? Natürlich immer im Auge das Ziel: was wollen wir erreichen. Wir haben nicht Bilanz gemacht. Sind wir so wenig neugierig oder zu — ängstlich? Das soll auch bei Kaufleuten vorkommen, ist aber strafbar. Es gibt sogar noch unedlere Motive für Bilanz-Unterlassung. — Ich will annehmen, es sei ein Allzuviel von Geist und Wissenschaft, ein Zuwenig von Politik. Erst jüngst schien ein Anlauf gemacht zu werden zu solcher Rückschau. Blieb aber stecken. Nur der Titel war vielversprechend, dann kam die Enttäuschung. Ich meine Kirschners Enquetevorschlag. Woher wir kommen, ist nur wissenschaftlich interessant. Wohin wir gehen wollen — nun, das ist unser Ziel und wohl am interessantesten. Aber, wohin die gegangen sind, die vor uns waren, wohin die A. H. A. H. gekommen sind und weiter: wohin wir kommen werden mit der bisherigen Methode auf Grund der bisherigen Erfahrungen — das ist am aller interessantesten— für die B. I. C. Politiker — zu beantworten. Warum geschah eine solche Antwort noch nicht! Weil eben diejenigen fehlten, die sie interessierte. Und das sind? Antwortet selbst! Was erstrebt unser Verein? Doch nicht den so oder so gestalteten Fux oder Burschen! Er erstrebt den A. H.! Den ganz bestimmten A. H. Massstab des bisher Erreichten mit der bisherigen Methode ist: der A. H., seine geistige Verfassung, seine Arbeitsfreudigkeit, seine praktische Anteilnahme am jüdischen Leben. Welchen Einfluss kann sich der B. I. C. schmeicheln auf die immerhin in erklecklicher Anzahl vorhandenen ehemaligen Zöglinge geübt zu haben, sodass dieser Einfluss noch heute nachwirkt? Durchschnittlich 5 Semester geistiger Einwirkung sind doch "nichts Kleines. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, die Tätigkeit des V. I. St- Non scholae, sed vitae diseimus! Nicht fürs Burschenexamen, nicht für die Chargenführung, nicht für den Weiterunterricht, sondern fürs Leben. Gute Semesterberichte beweisen nichts für unsere Güte. Sondern der Beweis für die Güte der in diesen Bericht geschilderten — mit viel Selbstzufriedenheit — Tätigkeit liegt in der Zukunft, in der Antwort auf die Frage: Was für jüdische Männer

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