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Der jüdische Student · 1907-07-01 · Heft 4 (Juli 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 4 (Juli 1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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102 Der jüdische Student. so ergibt sich die Notwendigkeit der gesonderten Bearbeitung einerseits einer 3. Geschichte der jüdischen Studentenverbindungen, auch der ausserhalb Deutschlands, mit Angaben des Datums und der Ursachen bezw. Veranlassungen der Gründungen, hervorragender Gründer, natürlich auch der Tendenzen (möglichst den Tendenzparagraphen der betr. Statuten wörtlich angeführt!), sowie anderer, unter 1. und 2. berührter Punkte; andererseits einer 4. Geschichte des Antisemitismus in Deutschland (d. h. in erster Reihe der Phase von 1878 an), seines Hervortretens in politischer, sozialer, gesellschaftlicher Beziehung, seiner Erfolge mit seiner Boykott-Tendenz, seiner Parteien, seiner parlamentarischen Vertretungen, seiner Presse und Literatur sowie des Tatsachenmaterials, das er seiner Tätigkeit zugrunde legt; auch Behandlung der zu seiner Bekämpfung unternommenen Schritte. Diese Geschichte des Antisemitismus bildet aber theoretisch nur einen Teil der Fragen, die man zusammenzufassen haben wird unter dem Gesichtspunkt eines 5. KatechismusderJudenfrage. Ein solcher erschien bereits im 1. Jahrgang des J. St. (1903) aus der Feder Heinrich Loewes; ob dieser die geeignetste Form hatte, sei dahingestellt (nicht bestritten!); jedenfalls wird diese Disziplin im F. Kmit ungleich viel mehr und überhaupt verarbeitetem Tatsachenmaterial ausgestattet sein müssen. Da es hier mehr auf eine theoretische Behandlung der Judenfrage (also von historisch-philosophischen und kulturellen, auch sozial-psychologischen Gesichtspunkten aus) ankommt, so wird besser ein weiterer Abschnitt 6. Daten zum Studium der Judenfrage zu enthalten haben, am besten in der klassischen Form, die Emil Cohn dieser Materie (für Rumänien z. B. im J. St. 1904, I, 31 ff.) gegeben hat, wenn auch vielleicht nicht in der Detailliertheit (vgl. auch Herzbergs Aufsatz im J. St., 1904, III, 80 ff., und meinen in Heft 2). Dieser Abschnitt wird mit der wichtigste des Buches sein, und seine Zusammenstellungen werden, wenn sie sich auf alle in Betracht kommenden Länder erstrecken und sorgsam gearbeitet sind, auch noch für ganz andere Kreise als für unsere Füxe lehrreich sein. Man könnte der Ansicht sein, dass es auch am Platze wäre, einen Auszug aus der jüdischen Geschichte zu bringen, der also die Tatsachen enthielte, deren Kenntnis wir von den Füxen bei ihrer Burschung verlangen. Ich halte einen solchen geschichtlichen Passus für überflüssig, wenigstens was die jüdische Geschichte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts anlangt. Angebracht wäre höchstens — und dem würde ich sogar mit Freuden zustimmen — eine prägnante, aber auf das Wesentliche gerichtete Behandlung der 7. Geschichte des 19. s. von unserem Standpunkt aus. Es müsste sich aber dabei weniger um einen geschichtsphilosophischen Versuch als vielmehr um eine gediegene Fixierung sämtlicher wichtiger Daten (der Emanzipation, bes. der Judengesetzgebungen; der

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