Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1907)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 103 Verfolgungen; der literarischen Tätigkeit u. ä. m.) handeln. Diese Aufzeichnungen kollidieren nicht mit denen aus 6., denn sie sollen mehr ein Gesamtbild der jüdischen Geschichte des letzten Jahrhunderts ergeben, das durch die obigen Daten nur in einer Hinsicht ergänzt wird. Gesondert hiervon müsste ein 8. Verzeichnis aller jüdischen Vereine angefertigt werden, natürlich nur solcher mit politischen, kulturellen (sozialen, grösseren gesellschaftlichen, künstlerischen u. a.) Tendenzen, die in der jüdischen Öffentlichkeit eine bestimmende oder doch wenigstens hervorragende Rolle spielen. Ich meine also nicht, dass man jeden Verein zur Unterstützung jüdischer Bräute aufnehmen soll. Dieses Register muss für jeden einzelnen Verein (selbstredend sind auch die bedeutenden ausserdeutschen mit einzuschliessen) enthalten: Veranlassung, Ort und Jahr der Gründung, Namen der hervorragendsten Gründer, Vorsitzenden, Mitglieder; Programm (den betr. Statutenwortlaut), in Aussicht genommene oder bereits angewandte Mittel zu dessen Verwirklichung; Gelegenheiten bedeutsamen öffentlichen Hervörtretens; tatsächliche Erfolge, evtl. Krisen; überhaupt Wertung! Dsgl. Zusammenstellung der gesamten jüdischen Presse. Ich würde nun noch einen Abschnitt im F. Ksehr gerne sehen, und zwar eine 9. Wiedergabe origineller Tendenz-Auffassungen der anerkannt bedeutendsten und individuell begabtesten V. J. St.er, gleichsam als der Klassiker des B. J. C. Diese (von denen ich leicht eine Liste zusammenstellen könnte) sollen also in kurzer, eindringlicher Form ihre Auffassungen unseres Programms, unserer Arbeiten, überhaupt unserer Stellung zum Judentum niederlegen. Der Einwand, der mir bereits gemacht worden ist, dass nämlich die Füxe auf solchen „Eselsbrücken" das selbständige Nachdenken über unsere Tendenz ganz verlernen würden, wird am besten durch die Versicherung entkräftet, dass gerade umgekehrt solche, sicherlich im einzelnen recht von einander abweichenden Theorien das Denken anregen werden! Eine offene Frage bleibe es vorläufig, ob man diese einzelnen Auslassungen einfach hintereinander setzt, oder ob sie nicht besser von geschickter Hand verwoben werden zu einer Abhandlung über „unsere Tendenz und ihre Auslegungen". Dabei möchte ich gleich bemerken, dass überhaupt zum Zwecke der Einheitlichkeit des ganzen Buches die ausgleichende Tätigkeit der Redaktion sehr not tun wird. Denn ich denke mir, dass es das Beste ist, wenn jede der oben genannten Partien einen eigenen selbständigen Bearbeiter findet. Es würde die Herausgabe des F. K. unendlich verzögern, wenn einer alles schreiben sollte. Auch wird so einer etwaigen Einseitigkeit vorgebeugt. Und dann kann auch bei der Arbeitsteilung jeder viel gediegener arbeiten. Zweckentsprechend verteilt man die einzelnen Fächer unter Leuten, die auf den ihnen zufallenden bereits wissenschaftlich oder doch eingehend tätig gewesen sind. Selbstredend wollte ich mit meiner Gruppierung noch