Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1907)
- Date
- 1907-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 77 Einzelnen, werden die Fragen eines weiteren, vierten Gesichtspunktes Auskunft geben, die also demgemäss Themen wie die Höhe des Monatswechsels, des Eigenverdienstes, gänzliche oder teilweise Kollegienhonorarbetreiung oder -Stundung, Genuss von Unterstützungen (Stipendien oaer Darlehen) aus öffentlichen und Privatniitteln u. a. behandeln. Fünftens soll das persönliche Leben des Befragten Gegenstand einer statistischen Betrachtung werden. Ausser Fragen nach dem Studiengang, der Berufswahl, wird sich die Enquete erstrecken auf den Gesundheitszustand, die Militärverhältnisse, eine eventuelle absolute oder wenigstens prinzipiell durchgeführte Alkohol¬ oder sexuelle Abstinenz oder eine solche im vegetarianischen Sinne. Wenn auch der Nutzen einer sich aus dieser Umfrage ergebenden statistischen Aufstellung für die allgemeine jüdische Akademikerstatistik wohl verhältnismässig gering sein wird, da die Zahl der Befragten im Vergleich zu der Anzahl sämtlicher jüdischer Studierender recht minimal ist — nach einer augenblicklichen Uberschlagsschätzung kommen etwa 400—500 B. J. C.-er in Betracht —, so ist doch der Wert, der dieser Enquete hinsichtlich der Beantwortung der eingangs formulierten Frage und für die Einsicht in das physische und psychische Gefüge des B. J. C. zukommt, nicht zu unterschätzen. Das Ergebnis der Umfrage wird zweifellos jeden V. J. St.-er, gewiss auch die Freunde unseres Gedankens und voraussichtlich nicht minder die entschiedenen Gegner unserer besonderen sowie jeder jüdischen Tendenz interessieren; dass die Statistik selbst ohne jede Tendenz, d. h. ohne das Bestreben, ein Resultat in irgend einer bestimmten Richtung zu erzielen, unternommen wird, braucht nicht erst ausdrücklich versichert zu werden. Soll aber die statistische Aufstellung durchaus wissenschaftlich ausfallen und also den objektiven Tatbestand treu wiederspiegeln (soweit nicht von vorn herein Imponderabilien in der subjektiven Auffassung die exakte Wiedergabe eines solchen ausschliessen), so ruht auf jedem Befragten die Verpflichtung, den Fragebogen sorgfältig, d. h. im einzelnen wahrheitsgemäss und im ganzen vollständig sowie leserlich auszufüllen. Möge niemanden eine falsche Scham abhalten, Fragen auch noch so persönlicher und intimer Art überhaupt und gewissenhaft zu beantworten! Zwar wird der Fragebogen auch den Namen des Betreffenden enthalten; wer jedoch (trotz der Versicherung, dass die Einzelantworten Geheimnis der Redaktion bleiben und dass die Namensangaben nur aus technischen Gründen der Übersicht und Anordnung erwünscht sind) dennoch sich scheut, seine Unterschrift abzugeben, möge sie denn fortlassen, wenn nur dafür eine um so sorgfältigere Beantwortung auch der scheinbar heikelsten Fragen erreicht wird. Unvollständige, ausweichende oder unwahre Angaben nützen uns nichts. Als endgiltiger Termin für die Ablieferung der ausgefüllten Fragebogen wird auf diesen voraussichtlich der 1. Oktober d. J. bezeichnet werden; jeder hat also bis dahin genügend Zeit, sich über Tatsachen, die ihm nicht hinreichend klar und bekannt sind, zu Hause oder in der weiteren Familie eingehend