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Der jüdische Student · 1907-05-01 · Heft 2 (Mai 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 2 (Mai 1907)
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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66 Der jüdische Student. Verpflichtungen aufgibt. In Berlin, wo einige Bbr. Bbr. in den Bar-Kochba eingetreten waren, konnte ich diese Tatsachen kennen lernen — in anderen Städten, wo keine jüdischen Turnvereine existieren, fällt dieser Zivilversorgungsschein auf Sichselbstüberlassensein, auch Ausreden, ja fort. - Ebenso wenig gibt irgend ein anderer von einigen — geschätzter und vorgeschlagener, von anderen gepflegter Sport der Korporation die Gewähr, dass er die „physische Regeneration der Vereinsmitglieder" fördere. So weit müssen wir sein, dass wir wissen: Die Korporation als solche stellt sich die Hebung der physischen Kraft und Gewandheit zur Aufgabe, und die Korporation hat daher die Pflicht, dafür zu sorgen und die Kontrolle zu üben. Diese Auswege aber, die Einzelne immer wieder vorbringen, sind technisch meistens undurchführbar, besten Falles eine Zersplitterung der Kraft der Vereinsleitung; die doch auch anderes Wichtiges zu tun hat — die wissenschaftliche Ausbildung! Und wenn Gegner des Fechtens in unseren Reihen immer wieder sagen: es geht auch ohne Fechten, und unsere tüchtigsten Männer (sie), die heute Wesentliches auf jüdischen Gebieten leisten, haben nicht gefochten, können wir ihnen nur antworten: es liegt doch nur in Eurem Sinne (sie), wenn wir die Arbeit für den Paragraphen unseres Statuts von der Regeneration zentralisieren, um dann desto energischer „wissenschaftlich" arbeiten zu können. Viele von Euch werden erstaunt sein, wenn ich hier schon polemisiere, wo doch noch gar nicht diskutiert wurde, aber es hat noch keine Debatte im B. J. C. stattgefunden, ohne dass all' diese Punkte vorgebracht worden sind. Und sind sie erzählt, sogar bekämpft, ad acta gelegt, dann kommen die nun durch das bedenkliche Alter niedlich gewordenen „prinzipiellen Gründe". Sie heissen: der gesetzestreue Jude kann die Beschäftigung mit „kriegerischen Geräten" nicht mit seinem guten Gewissen vereinen; die Juden waren stets ein friedliches Volk — oder man zitiert gar einen Beweis aus dem Talmud. Von berufenerer Seite sind auch diese — Gründe widerlegt worden; die „prinzipiellen Gründe" aber sind in Ehren bei uns alt und grau geworden, und wir halten sie hoch. Aber, sagen unsere Freunde, Ihr macht Euch durch die Einführung des offiziellen Fechtens gerade in den für uns wertvollen Kreisen unmöglich — und hier sehe ich, wie unsere lieben Bundesbrüder aus Strassburg sich erheben und rufen: sehr richtig! Ich glaube, dass dies der einzige Grund ist, der verdient, in Betracht gezogen zu werden. In der Tat wird es Leute geben, die unter den veränderten Bestimmungen im Verein nicht V.J. St-er werden wollen — wie es andererseits genau so gut junge Semester gibt, die wegen des lauen Fechtbetriebs nicht aktiv werden. Ich bezweifle, dass jene — wie es oft gesagt wird — die „wertvollsten Elemente" sind; im Gegenteil, die Leute zeigen, dass die Formen, die sie im Vereinsleben finden, für sie nur Formen sind. Ich

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