Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Der jüdische Student. durfte er sich nicht sagen lassen, dass seine Korporation eine Gefahr für das Judentum bildet, als V. J. A.er dagegen musste er den besagten Paragraphen anerkennen. Also konnte von einer Zugehörigkeit zu beiden Vereinen für ihn keine Rede sein. Diese Frage konnte erst mit dem Moment praktische Bedeutung gewinnen, als die V. J. A. Strassburg mit den V. J. A.en Berlin und München, zu denen die betr. V. J. St.en gute Beziehungen unterhielten, das Kartell bildete. Allerdings wurde dabei dieser Paragraph im Wortlaut abgeschafft, aber man scheute sich keineswegs zu erklären, dass der Inhalt immer noch zutreffe, und dass man, wenn die Möglichkeit vorhanden wäre, kein Bedenken hätte, denselben wieder aufzunehmen. Für uns also musste dieser Paragraph immer noch als bestehend gelten. Es ist also leicht zu verstehen, dass wir unsere bekannte Resolution fassten, dass „unter den gegenwärtig obwaltenden Umständen", d. h. solange dieser intolerante Geist herrscht, jede Annäherung für uns ausgeschlossen ist. Und so haben wir auch vergangenen Winter das Anerbieten unseres Karfcellvereins Berlin, die Vermittlerrolle zu übernehmen, rundweg abgelehnt, da Vermittlungen zu einem günstigen Ergebnis nach Lage der Dinge doch nicht führen konnten und somit von vornherein als aussichtslos erschienen. Ein Brief der V.J.A. München. München, den 15. Februar 1907. An einen sehr verehrl. „Verein Jüdischer Studenten" München. Ihre werten Einladungen haben wir erhalten, konnten Ihnen aber nie Folge leisten, weil wir uns durch den Beschluss des K. T. des B. J. C, der seine Billigung zu dem Vorgehen des Strassburger V. J. St. zu u. 1. dortigen Schwestervereinigung gab, veranlasst sahen, die offiziellen Beziehungen zu allen Vereinen des B. J. C. abzubrechen. Gegen unser Wissen und Wollen ist es bisjetzt versäumt worden, dem B. J. C. hiervon Kunde zu geben und wird dies sehr bald geschehen. Mit jüdischem Gruss! Die „Vereinigung Jüdischer Akademiker" München. I.A.: gez. Julius Baer XXX I. Schriftführer. Schommerstrasse 3 III. Auf der Heimfahrt ins Philisterland. Von einem V. J. A.er. So überschreibt sich ein Feuilleton in Nr. 13 des „Israelit." Der Schreiber ist Isaak Breuer, der Führer der dem V. J. St.