Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 4 (Dezember 1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-III Interesse an der jüdischen Theologie und ihrer Entwiekelung verloren haben. Denn das hierzu nötige Wissen wird uns selbst Vbr. Eschelbacher nicht absprechen wollen. Allerdings auch wir sind davon gegangen, aber nicht wie man bisher davon ging, indem wir die Theologie als etwas minderwertiges betrachteten und jetzt mit dem Hass des Renegaten darauf blickten, sondern wir sind davon gegangen, weil wir es für unehrlich hielten, als geschlossene Weltanschauung zu vertreten, was wir, so hoch und gewaltig es uns auch war und ist, doch der ganzen Lage der allgemeinen und jüdischen Theologie entsprechend immer nur als Halbfertiges, als Werdendes betrachten durften. Nein — wir sind nicht mit der Theologie fertig. Ein jeder von uns richtet auch seine jetzigen Studien darauf, sie für die wissenschaftliche jüdische Theologie nutzbar zu machen. Wir sind auch ohne Kanzel und praktisches AmtTTheologen und glauben, darum zum Kampfe rufen zu dürfen, wo wir die Interessen der jüdischen Theologie durch Theologen gefährdet sehen. Und nun meine Mitwirkung an theologischen Vereinsgründungen. Ich habe vor ca. 4 Jahren einen V. J. St. für Theologen gründen wollen, das halte ich noch heute für richtig. Ich habe, als gerade meine nationaljüdischen Freunde mir die Gefolgschaft verweigerten, dann nicht ganz freudig, aber immerhin doch nicht im Widerspruch mit meinen hier vertretenen Anschauungen, einen nationaljüdischen Hörerverein mitbegründet. Als dieser durch die Willkür des Kuratoriums aufgelöst wurde, haben wir einen Verein ins Leben rufen wollen, der ohne den Namen „nationaljüdisch'1 unser Programm in die Hörerschaft tragen sollte, ich selbst habe die Programmrede gehalten, habe etwa das entwickelt, wovon ich hier gesprochen habe und Vbr. Eschelbacher hat damals — mit mir gekämpft, mit mir für die Ideale gekämpft, die er heute als anmassliche Ueberhebungen zurückweist. Nicht ich habe mich geändert und ich will mich auch nicht ändern. Meinen jungen theologischen Freunden will ich noch einmal sagen — das allein war der Zweck meines Artikels —, dass sie sich die Lust am V. J. St. nicht nehmen lassen. Der V. J. St. fordert trotz Vbr. Eschelbacher die Freiheit der Persönlichkeit, und die müssen sie lernen, müssen sie verteidigen lernen gegen Jeschibageist und pseudohistorische Ansprüche. Denn wir brauchen für unser Volk wir brauchen für unsere Gebildeten den modernen