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Der jüdische Student · 1905-09-01 · Heft 3 (September 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (September 1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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92 der Antrag gestellt, die katholischen Verbindungen auszuschliessen. Die Debatte hierüber war kurz, sie beschränkte sich im wesentlichen darauf, dass die Vertreter der grossen losen Vereinigungen erklärten, unter keinen Umständen einem Verbände beizutreten, der die katholischen Verbindungen einschliesst. Dagegen sprachen nur unser Vertreter Greifenhagen, der im Sinne unserer Resolution jede Beschränkung der Koalitionsfreiheit bekämpfte und deshalb erklärte, der V. J. St. und die freie Verbindung Hasmonaea würden an einer Vertretung, die irgend welche Teile der Studentenschaft ausschliesse, nicht teilnehmen. Ausserdem sprachen noch dagegen die Vertreter der Finkenschaft, des V. D. St. und . der F. W. V. Die Abstimmung ergab das entsprechende Resultat. Der Antrag auf Ausschliessung der katholischen Korporationen wurde gegen die Stimmen der 5 katholischen Verbindungen und der fünf oben erwähnten angenommen. Die Vertreter der katholischen Korporationen, sowie die des V. J. St. und der Hasmonaea verliessen hierauf den SaaL Es folgte darauf eine Debatte über den Wahlmodus. Da man sich nicht einigen konnte, ernannte man eine Kommission zur Ausarbeitung eines Satzungsentwurfes, die alle Vorschläge prüfen soll. Der Verband wird daher erst im Winter zusammentreten. Für das Verhältnis des V. D. St. zum Verband schwarzer Korporationen hatte die Abstimmung des V. D. St., der im Gegensatz zu den übrigen Vereinen des V. S. K. gegen den Ausschliessungsantrag gestimmt hatte, noch ein Nachspiel. Nach den Satzungen dieses Verbandes sind die einzelnen Mitglieder desselben durch die Beschlüsse völlig gebunden. Der V. D. St. erblickte darin eine Gefahr für seine Bewegungsfreiheit und trat deshalb aus dem Verbände aus. Nicht unbemerkt sei auch das Verhalten der K. C.-Verbindung Sprevia zu der Angelegenheit gelassen. Diese hat sich der „losen Vereinigung freischlagender Verbindungen" angeschlossen, was um so auffälliger ist, als zwar der weitaus grösste Teil aller freien Verbindungen, aber doch nicht alle diesem Verbände beigetreten sind. Sie hat also auch für die Ausschliessung der katholischen Korporationen gestimmt. Uebrigens hat in Heidelberg die „Bavaria" denselben Standpunkt gegenüber den katholischen Verbindungen eingenommen. * * * Die Ausländerfrage an den technischen Hochschulen. Zur Regelung der Ausländerfrage an den technischen Hochschulen ist ein Erlass der preussischen Staatsregierung erschienen, der über die Zulassung zum Studium an den technischen Hochschulen allgemein folgende Bestimmungen trifft: „Als Studierende werden diejenigen Reichsinländer aufgenommen, welche sich im Besitz des Reifezeugnisses eines deutschen Gymnasiums, Realgymnasiums oder einer deutschen Oberrealschule, einer bayerischen Industrieschule oder der sächsischen Gewerbeakademie zu Chemnitz befinden. Reichsinländer, welche eine ausserdeutsche Lehranstalt besucht haben, werden dann als Studierende zugelassen, wenn ihre Vorbildung in dem betreffenden Lande zum Besuche einer Hochschule berechtigt und

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