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Der jüdische Student · 1905-09-01 · Heft 3 (September 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (September 1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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91 liehe Bezeichnung der antikonfessionellen studentischen Vertretung als Teilausschuss und dass diese Teilausschüsse nicht die Rechte eines Gesamtausschusses in Anspruch nehmen. Da aber die Ausschüsse mit Anschluss der konfessionellen Verbindungen dies eigenem Zugeständnis nach gar nicht beabsichtigen, so ist unklar, wogegen sie sich richten. Jedenfalls ist es nicht ausgeschlossen, dass man mit Beginn des Wintersemesters sich auf die Wiederaufnahme des Kampfes gefasst zu machen hat. Zum Kampf gegen die katholischen Studentenverbindungen sind noch zu erwähnen die Resolutionen, welche die verschiedenen Verbände auf ihren raeist zu Pfingsten stattfindenden Kartelltagen inzwischen gefasst haben. Besonderes Aufsehen erregte die des Kösener S. C, die ganz im Sinne der Weimarer und Eisenacher Beschlüsse die Bekämpfung der konfessionellen Verbindungen fordert. Dass der S. C. einen derartigen Beschluss fasste, war umso auffälliger, als vorher durchaus nicht alle Seniorenkonvente an den einzelnen Hochschulen sich an dem „Kampf für die akademische Freiheit" beteiligt hatten, ja sogar der Heidelberger S. C. sich ausdrücklich gegen Ausschluss der katholischen Korporationen erklärt hatte, da der Ausschuss dazu da sei, eine äussere Vertretung aller Studierenden mit Inbegriff der heterogensten Elemente, also auch der politischen und konfessionellen Studentenverbindungen, zu ermöglichen und zu erleichtern. Die anderen Verbände, Burschenschaften, Landsmannschaften u. s. w. bliesen im wesentlichen mit denselben Tönen in das antiultramontane Horn. Eine Ausnahme bildete nur die Finkenschaft und der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten, die sich zwar für Bekämpfung der katholischen Verbindungen, aber gegen die jetzige Art der Bekämpfung durch repressive Mittel aussprachen. Bemerkenswert ist auch die Resolution der nichtfarbentragenden katholischen Studentenvereine, worin sie sich gegen den Vorwurf verwahren, dass sie politische Vereine wären und ihre nationale Gesinnung betonen. Berlin. Am 18. Juli fand in Berlin eine Vertreterversammlung der Korporationen an der Universität statt, die über die Bildung eines Ausschusses beraten sollte. Einige Vorzeichen hatten schon seit längerer Zeit auf einen engeren Zusammenschluss der Berliner Korporationen hingedeutet. Ausser der bereits länger bestehenden losen Vereinigung (S. C, C. L. C, V. C, D. B., A. L. C.) hatte sich vor kurzem ein „Akademischer Bund wissenschaftlicher Vereine" mit etwa 10 Vereinen und ein „Verband schwarzer Korporationen" mit 12 Mitgliedern, mit ausgesprochener national - antisemitischer Tendenz (gehörten ihm doch der V. D. St. und der A. T. B. an) gebildet, und noch kurz vor der Vertreterversammlung hatten sich die meisten farbentragenden Verbindungen, die nicht dem obenerwähnten L. V. angehörten, etwa 25, zu einer „losen Vereinigung frei schlagender Korporationen" zusammengeschlossen. 85 Korporationen waren vertreten, darunter auch der V. J. St. Da man sich darüber klar war, dass ein „Gesamt-Ausschuss" von Rektor und Senat nicht genehmigt werden würde, so wollte man nur eine Vereinigung der Korporationen gründen, die sich dem Hochschulverbande anschliessen sollte. Dazu wurde gemäss den Eisenacher und Weimarer Beschlüssen

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