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Der jüdische Student · 1905-09-01 · Heft 3 (September 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (September 1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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89--- Zur Verteilung der jüdischen Studierenden auf die einzelnen Universitäten ist zu bemerken: Mehr als die Hälfte aller jüdischen Studierenden entfiel auf Wien. Im ganzen studierten im W.-S. 1901/02 an den deutschen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck, Prag und Czernowitz 2288 Juden 75,02% aller studierender Juden, an den nicht deutschen Universitäten Prag, Lemberg und Krakau 762 24,98%. Eelativ am meisten Juden, nämlich 235 43,28% der gesamten 548 Studierenden zählte die Universität Czernowitz, die damit von allen Universitäten der Welt, soweit bekannt, den grössten Prozentualteil aller jüdischen Hörer hat. In der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät bilden die Juden (208 an der Zahl) unter den 399 Studierenden dieser Fakultät sogar die Majorität. Der Fakultät nach wendet sich in Oesterreich weitaus die Mehrzahl der jüdischen Studierenden (56,16% im W.-S. 1901/02) der Rechts¬ und Staatswissenschaft zu, im Gegensatz zu Preussen, wo immer noch das medizinische Studium relativ am meisten Juden anzieht. 2. Auch auf den technischen Hochschulen findet sich der bei weitem grösste Teil der jüdischen Studierenden auf den deutschen Hochschulen, insbesondere in Wien. Nur etwa 15% der jüdischen Studierenden studierten an den nichtdeutschen technischen Hochschulen in Prag und Lemberg. Die mährische technische Hochschule zählte im Gegensatz zur deutschen technischen Hochschule daselbst, die 98 (W.-S. 1901/02), bezw. 88 (S.-S. 1902) jüdische Studierende hat, keinen einzigen jüdischen Hörer. Dem Studium nach widmen sich die meisten jüdischen Studenten der technischen Hochschulen dem Maschinenbau, dann inbezug auf Anzahl Juden die Ingenieurabteilung, chemisch - technische, Hochbauabteilung und sonstige Lehrgegenstände. Die Hochschule für Bodenkultur in Wien zählte im Winter-Semester 1901/02 und Sommer-Semester 1902 unter 366 bezw. 344 Studierenden je 2 Juden, die Bergakademien in Leoben und Pribram im Studienjahr 1901/02 unter 367 Studierenden 7 Juden. Statistik der Lehramtsprüfungen in Preussen. Nach der Zusammenstellung des Preussisch-statistischen Bureaus haben im Schuljahr 1903/04 539 Kandidaten des höheren Lehramts die Lehrbefähigung erlangt, darunter 4 Juden, und zwar 2 Altsprachler, 1 Neusprachler, 1 Mathematiker. B) Allgemein Studentisches. 1. Zum Kampf um die akademische Freiheit. Der Hochschulstreit, der schon fast eingeschlafen war, scheint von neuem entbrennen zu wollen. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung veröffentlichte neulich folgenden nach Danzig gerichteten und den übrigen technischen Hochschulen mitgeteilten Erlass des Kultusministers: Berlin, den 19. Juli 1905. An den Herrn Oberpräsidenten zu Danzig. Nach den mir vorliegenden Berichten hat sich an der dortigen Technischen Hochschule neuerdings ein studentischer Verband auf nichtkonfessioneller Grundlage gebildet. Gegen derartige Vereinsbildungen

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