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Der jüdische Student · 1905-09-01 · Heft 3 (September 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (September 1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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SS -■-i---- Freiheit. Das konfessionelle Ausschliessungsprinzip, dem Korps und Burschenschaften huldigen, ist es gerade, das im Namen der wahren akademischen Freiheit zu bekämpfen ist, und solange diesen Studentenvereinigungen hierüber die Einsicht nicht blüht, sind sie nicht berechtigt und nicht legitimiert, sich als Säulen der akademischen Freiheit aufzuspielen. Aber das sind ja vorzugsweise dieselben Kräfte, die mit gleicher Logik und mit gleichen Rechten auch die Beschränkung der Zulassung ausländischer, d. h. meist jüdischer Studenten, verlangen — immer im Namen der Freiheit, die den Beinamen die akademische führt, und wenn es nach ihnen ginge, würden die deutschen Hörsäle überhaupt nur den geaichten Teutonen, ihren Gesinnungsgenossen, offen stehen — immer im Namen der akademischen Freiheit. Dass sich jüdische Studenten an einem solchen Freiheitskampf nicht beteiligen, gereicht ihnen nur zur Ehre. Statistisches. *) Frequenz der Universität Strassburg. Dem „Statistischen Handbuch für 1905 für Elsass-Lothringen, Jahrgang 1902, Strassburg 1902," entnehmen wir: An der Universität Strassburg waren im Winter-Semester 1898/99 unter 1078 Studierenden 94 Juden, von denen 79 aus Deutschland, 15 aus dem Auslande stammten. Davon studierten 12 Jura, 52 Medizin, 11 Philologie, 19 Mathematik und Naturwissenschaften. Bemerkenswert ist hierbei, dass von den Juden mehr als die Hälfte, von den Christen nur ein Viertel, Medizin studierten, während nur ein Achtel aller Juden, aber «in Drittel aller Christen, sich der Jurisprudenz zugewandt hatte. Die soziale Herkunft der jüdischen Studierenden in Elsass=Lothringen. Nach dem „Statistischen Handbuch für Elsass-Lothringen, Jahrgang 1902 (Strassburg 1902)" war von den 54 Juden, die aus Elsass-Lothringen stammten und im Winter-Semester 1898/99 an einer deutschen Universität studierten, der Vater in Fällen Landes- und Kommunalbeamter ohne akadem. Bildung 1 Lehrer mit akadem. Bildung.......... . 3 „ ohne „ „ ..........2 Geistliche ..................6 Privatbeamte ohne akadem. Bildung........2 Kaufmann ..................33 Fabrikant ..................3 Gewerbetreibender...............3 Rentner...................3 So klein die Zahlen sind, so zeigen sie doch, dass die Mehrzahl der jüdischen Studierenden aus den Familien von Kaufleuten hervorgeht. J;C Frequenz der Universitäten und technischen Hochschulen in Oesterreich im Jahre 1901/02. Aus der „Oesterreichischen Statistik", 73. Band, 1 Heft. Wien 1905: 1. Die Universitäten zählten im W. - S. 1901/02 3050 Juden., d. h. 16,6% aller Studierenden, im Sommer-Semester 2729 16,4%. *) vgl. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden.

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