Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 3 (September 1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-.-- 79 Das sind die ursprünglichen und unwiderruflichen Urkunden der Schenkung Palästinas, die Gott den Israeliten gemacht hat und er hat nicht aufgehört, sie durch Moses und die Profeten zu erneuern. — Sollte man aber glauben, dass die Israeliten in ihrem Lande nicht würden wiederhergestellt werden, und dass sie ihre Rechte und Privilegien für immer verloren haben, sei es wegen der Sünden ihrer Vorfahren, oder sei es, weil sie während einiger Jahrhunderte die Göttlichkeit des Messias Jesu Christi verkannt haben, so mag man nur nachlesen, was Gott durch Moses und die anderen Propheten zu den Israeliten gesprochen hat. (Folgen die einschlägigen Verheissungen der Rückkehr und Wiederherstellung).------ Es hat also seinen guten Grund, dass die Israeliten durch alle Zeiten die Hoffnung und die Ueberzeugung ihrer künftigen, zeitlichen Wiederherstellung in Palästina bewahrt haben; und man muss glauben, dass der Heiland selbst oftmals seinen Jüngern begreiflich zu machen gesucht hat, dass das „Königreich Israel" eines Tages wiederhergestellt werden würde. In der Tat, im Augenblick, da Jesus zum Himmel steigen wollte, zweifelten seine Jünger, als sie ihn von der Taufe mit dem Heiligen Geiste sprechen hörten und begriffen, dass es sich um eine allgemeine und vollständige Erneuerung handelte, nicht mehr, dass diese Epoche nicht zugleich die ihrer Wiederherstellung sein würde. Darum, sagt die Schrift, „fragten ihn die, so zusammengekommen waren: „Herr! Wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?" — Bemerkt, dass dies der höchste Augenblick war, da der göttliche Meister für immer seine geliebten Schüler verlassen wollte, und dass sie ihm diese Frage vorlegten in der Hoffnung, in diesem feierlichen letzten Abschied eine klare und unumwundene Antwort zu erhalten. Bedenkt ausserdem, dass sie in ihrer Frage nicht den mindesten Zweifel an ihrer zeitlichen Wiederherstellung äusserten, sondern allein wissen wollten, wann sich diese ihre Erwartung erfüllen würde. Die Antwort, welche Jesus ihnen gab, indem er sagte: „Ihr werdet wiederhergestellt werden nicht lange nach diesen Tagen!" Hess sie glauben, dass ihre Erwartung nicht lange währen würde. Wäre dies nun nicht für den Meister der Zeitpunkt gewesen, endlich seine Schüler von dem Irrtum einer zeitlichen Wiederherstellung zu befreien, wenn sie sich wirklich im Irrtum befanden? Aber nein, weit entfernt davon, befestigte sie Jesus noch mehr in ihrer Hoffnung, indem er ihnen nur über die Ungewissheit des Augenblickes,