Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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65 „Angesichts dessen, dass die vom zweiten deutschen Hochschultage beschlossene Forderung nach prozentueller Zulassung der jüdischen Studenten zu den deutsch-sprachlichen Hochschulen die staatsgrundgesetzlich gewährleistete Gleichberechtigung der Juden antastet und durch Vorspiegelung falscher Argumente der Mehrheit des deutschen Volkes die irrige Meinung aufzudrängen sucht, dass die jüdische Studentenschaft eine Gefahr für die deutschsprachigen Hochschulen sei; und mit Kücksicht darauf, dass diese Forderung jedem Fortschritt und jeder Zivilisation Hohn spricht, protestiert die versammelte jüdische Studentenschaft auf das. energischste gegen diese schmähliche Forderung, weist die gegen die gesamte Judenschaft geschleuderten perfiden Anwürfe mit Entrüstung zurück und fordert die jüdischen Abgeordneten und Dozenten auf, zu dieser die vitalsten Interessen der jüdischen Studentenschaft tangierenden Angelegenheit unzweideutig Stellung zu nehmen." München, Ende April. Mit Rücksicht auf den gegenwärtigen, sehr erheblichen Prozentsatz der russischen Studierenden an der Technischen Hochschule in München, der bei der hohen Gesamtfrequenz eine weitere Steigerung nicht zulässig erscheinen lässt, ist die Aufnahme russischer Studierender bis auf weiteres eingestellt worden. Braunschweig, 11. Mai. Nach dem Vorgange Münchens wird zufolge eines bereits gefassten Senatsbeschlusses mit Beginn des nächsten Halbjahres die Zulassung ausländischer Studenten, besonders der russischen, auch an der hiesigen Technischen Hochschule durch Verschärfung der Aufnahmebedingungen generell eingeschränkt. Die Stimme der Wahrheit. Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus. Herausgegeben von Lazar Schön-Würzburg. Erster Jahrgang 1905. Würzburg: N. Philippi 1905. (V, 480 S.) broschiert Mk. 6.—, geb. Mk. 7.50. Was „wissenschaftlicher Zionismus" sein soll, ist eigentlich unklar; es ist wohl diese missgestaltete Verbindung in dem Sinne gemeint wie Engels seinen kleinen vorzüglichen Auszug aus „Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft" „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" genannt hat. Eine solche Entwicklung dn3 Zionismus von der Utopie zur Wissenschaft ist uns wahrhaftig sehr nötig und auch, was wir darunter zu verstehen haben, isx klar. Man braucht nicht zu den bösen „Kulturzionisten" zu gehören, um einzusehen, dass es uns einerseits bitter nötig ist, eine genaue Kenntnis der realen Faktoren zu erhalten, mit denen der Zionismus zu rechnen hat, dazu gehört Kenntnis der Judenstatistik, Palästinakunde, Kenntnis der Bücherschau.