Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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•-——- 59 des Ministers nichts entgegen, dass Rektor und Senat, wenn sie es für gut halten, ihre Genehmigung zur Bildung eines neuen Studentenausschusses erteilen. 2) für denselben sind bis auf weiteres die alten Satzungen als massgebend anzusehen; es ist aber in Aussicht genommen, die für die Studentenausschüsse an der Technischen Hochschule neue in der Hauptsache einheitliche Bestimmungen zu erlassen; 3) sobald der neue Ausschuss ins Leben tritt, soll ihm nicht verwehrt sein, in allen studentischen Angelegenheiten mit anderen deutschen Hochschulen zum Zweck des Meinungsaustausches in Verbindung zu treten, wobei es sich von selbst versteht, dass damit kein Verstoss gegen die Vorschriften für die Studierenden verbunden sein darf. Zugleich wurde die Relegation des Führers stud. Heile auf seine Berufung hin in einen Verweis umgewandelt. Vier Wochen darauf am 23. März erhielten dann die Wirren in Hannover ihren endgiltigen Abschluss, indem sich ein neuer Ausschuss der Studierenden der Technischen Hochschule unter dem Namen „Verband der Studentenschaft der Technischen Hochschule zu Hannover" konstituierte, welchem nach dem vom Rektor und Senat genehmigten Satzungen konfessionelle Verbindungen und deren Mitglieder nicht angehören können. Hiermit schien der Konflikt endgültig erledigt zu sein. Doch täuschte man sich. Denn seitens des Kultusministeriums wurde dem neuen Ausschuss die Genehmigung versagt, wie überhaupt am 16. März ein Erlass ausgegeben, der bis auf weiteres die Bildung von neuen Studentenausschüssen sowie die Aufstellung von neuen und alle Abänderungen von bestehenden Ausschusssatzungen von der persönlichen Genehmigung des Kultusministers abhängig machte. Gegen diesen Erlass machten in der Folgezeit die akademischen Senate von Göttingen, Marburg, Greifswald, Hannover Front. Doch wurde er erst am 19. Mai bei Gelegenheit einer Konferenz der Universitätsrektoren im Kulmsministerium vom Kultusminister zurückgenommen. An der Technischen Hochschule zu Charlottenburg schien Ende Februar ebenfalls der Kampf zu Ende zu gehen, doch wurde, als am 7. März eine Studenten - Versammlung eine Resolution fasste, die die katholischen Korporationen künftighin aus der Vertretung der Studentenschaft bei öffentlichen Anlässen ausschloss, der Studentenausschuss von Rektor und Senat aufgelöst. Daraufhin gingen die Studierenden an die Gründung einer neuen Vereinigung, die möglichst alle Studierenden umfassen und die Vertretung der Studentenschaft mit Ausnahme der konfessionellen Korporationen bezwecken sollte. Der V. J. St. beschloss, obgleich er ja fürs erste von den Studierenden nicht als konfessionelle Verbindung betrachtet wurde, dennoch der neuen Vereinigung nicht beizutreten, weil sie auf einem offenkundigen Unrecht gegründet sei. — All diese Ereignisse hatten übrigens zur Folge, dass am 10. Mai zu Weimar ein ausserordentlicher Hochschultag zusammentrat. Von den 34 deutschen Hochschulen waren 32 vertreten, und zwar 19 Universitäten mit Ausnahme von Freiburg i. Br." und Greifswald (aus äusserlichen Gründen) 10 technische Hochschulen und 3 Bergakademien. Am zweiten Verhandlungstag wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: